Eine "Plag'" wird zum Hit

Die Strobelhütte war wieder mal brechend voll. Kein Wunder: Der Musikantenstammtisch des Oberpfälzer waldvereins lockte mit echten Krachern. Wie immer eben.

Der Oberpfälzer Waldverein bot wieder hochkarätige Volksmusikgruppen auf, die Organisator Franz Hüttner aus der ganzen Oberpfalz zusammentrommelt hatte. Vorsitzender Alois Lukas freute sich über mehr als 80 "Freunde echter Volksmusik", die sich in der gemütlichen Atmosphäre der Holzblockhütte am Vierlingsturm eingefunden hatten.

"Spitzboum-Schottisch"

Die "Nowlreiwa" aus Wolfring begannen den musikalischen Reigen mit "Spitzboum-Schottisch". Im November hatten die Musiker Gerhard Troglauer, Georg Pickel und Alwin Heim den "Weidener Volksmusikpreis" gewonnen. Nun zauberten sie mit den fröhlichen Tönen der Klarinette, dem dumpfen Brummen der Tuba und der tonangebenden Steirischen Stimmung in den Hüttenraum. "S Kunerl" und der "Kirwa-Landler" folgten. Gleich noch ein Sieger des "Weidener Volksmusikpreises": Die damals Zweitplatzierten, die vier "Bäckn Moidla" aus Neumarkt unter der Leitung von Kathi Bogner begeisterten mit Steirischer, Hackbrett, Bass und Gitarre die Zuhörer.

"Affi - Owi" ging's, und auch für den "Prebichl" gab's stürmischen Applaus. Bei Josef Kämpfs musikalischen Geschichten hielten sich die Besucher die Bäuche vor Lachen. Der Couplet-Sänger aus Eschenbach gab das Lied vom "Schneider und seinem Magen", mit dem er "seine Plag'" hatte, zum Besten. Aber auch mit seiner "Anna", die gut kocht und lieb ist, habe er seine Plag', berichtete er musikalisch - weil sie halt 400 Pfund wiegt. Zünftig spielten "Ziachad und Zupfad" - Philipp Bauriedl, Marina Zilk und Reinhard Zilk mit Steirischer, Gitarre und Bass - auf. Eine wahre Freud' war's, den "Schneiderhäusl-Boarischen" zu hören. Später begeisterten sie mit Blasmusik vom Feinsten.

Vom "Wirtshaustürl"

Gediegene Oberpfälzer Töne kamen vom "Grünbacher Schleifband" unter der Leitung von Barbara Dötsch: "Wirtshaustürl". Sodann sorgte die Gruppe aus Trabitz mit flotter Klezmer-Musik ("Zimbel") mit Geige, Gitarre, Bass und Klarinette für ein besonderes Erlebnis. Zwischen die Auftritte streute Moderator Hüttner lustige, aber auch besinnliche Geschichtchen ein: "A schlechter Tag" von Monsignore Morgenschweiß oder eine Anekdote aus der Religionslehre "Vom Opfer Abrahams". Zusammen mit seinem Sohn Georg beklagte Hüttner, dass 46 Prozent der jungen Leute nicht mehr Kopfrechnen könnten: "Ein Glück, dass wir zu den anderen 64 Prozent gehören!"
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