Eine Typisierung braucht nur fünf Milliliter Blut
Kommentar: Hingehen!

20 Minuten. Fünf Milliliter. Mehr erst einmal nicht. So lange dauert es, so viel Blut muss man sich abnehmen lassen, und schon ist man typisiert. Am Sonntag gibt es in der Realschulturnhalle die Möglichkeit dazu. Weil der sechsjährige Robin dringend einen Stammzellenspender sucht, um den Blutkrebs zu besiegen. Einen Spender wie Matthias Fellner, der mit Stammzellen aus seiner Blutbahn einem schwerstkranken Menschen geholfen hat. Großes Leid, kleine Zahlen - die Rechnung sollte eigentlich ein klares Ergebnis bringen: hingehen.

Gewiss, zur Wahrheit gehört auch, dass die Chance gering ist, dabei einen passenden Spender für Robin zu finden. Aber vielleicht für einen anderen, der dringend Hilfe braucht. Immerhin gibt es neben Fellner schon mindestens 35 weitere Weidener, die nach einer Typisierung Stammzellen gespendet haben. Eine nicht mehr ganz so kleine Zahl, hinter der sich Großes verbirgt.

Die entscheidende Wahrheit lässt sich aber gar nicht in Zahlen fassen: Nämlich, dass es ganz einfach ein wunderbares Gefühl ist, jemandem in der Not zu helfen. "Glücklich und gerührt" sei er darüber, sagt etwa Fellner. Der Einsatz, den es braucht, um das womöglich selbst zu erleben, ist gar nicht hoch, nur 20 Minuten und 5 Milliliter. Also: hingehen.
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