Eine Weidenerin wundert sich über ihre Wasserrechnung
Seltsam gelaufen

Maria und Rudolf Gschwendtner sollen plötzlich 7750 Prozent mehr Wasser verbraucht haben und wollen nicht zahlen. Die Stadtwerke können ihnen die Rechnung aber gar nicht erlassen. Bild: fku
Zumindest die Zahlen sind unstrittig: Um 7550 Prozent soll laut Gebührenbescheid der Wasserverbrauch auf einem Gartengrundstück gestiegen sein. Die Eigentümerin will das nicht glauben. Die Stadtwerke können aber gar nicht anders, als auf der Forderung zu beharren.

Es geht um 454.000 Liter. Damit ließen sich 3242 handelsübliche Badewannen füllen. Maria Gschwendtner beteuert aber, weder Wannen gefüllt, noch ganze Plantagen bewässert zu haben. Gschwendtner hatte bis Herbst letzten Jahres ein Gartengrundstück an der Fliederstraße. Den Wasseranschluss nutzte sie sporadisch zum Gießen. Viel brauchte sie nicht. Ausweislich der Bescheide mal 4, mal 8 Kubikmeter pro Jahr. 2013 waren es 6, die sie am Zähler ablas. Macht 42 Euro und 12 Cent. Als dann aber der Bescheid für 2014 kam, "bin ich aus allen Wolken gefallen". Sie soll 454 Kubikmeter verbraucht haben. 779,27 Euro waren fällig.

Die Weidenerin zweifelt stark an der Abrechnung. Zumal die Wasserleitung nur einige Wochen geöffnet gewesen sei. Daneben hätte kein Dritter den Hahn einfach aufdrehen können, weil er gesichert sei. Ein Leitungsschaden komme ebenso wenig infrage. Der Schacht sei trocken gewesen. Auch sonst habe sie keine Nässe bemerkt. Überhaupt: Der Grund hat Hanglage zur Straße hin. "Wenn da Wasser rausgelaufen wäre, das hätte jemand merken müssen." Gschwendtner legte also Widerspruch ein gegen den Bescheid - allerdings ohne Erfolg: Die Stadtwerke sahen sich zwar auf dem Grundstück um, konnten aber keine Indizien wie nasses Erdreich entdecken. Auch eine Überprüfung des Zählers zeigte keine Auffälligkeiten. Für den Test muss Gschwendtner jetzt knapp 80 Euro zahlen - sie ist in der Beweispflicht. Die Weidenerin will das jedoch nicht akzeptieren. "Der Versorger hat eine Pflicht bei diesen Unmengen, dass er nachschaut." Sie hoffe, dass ihr die Rechnung erlassen werde.

Das aber scheint ausgeschlossen. Der Versorger dürfe aus gutem Grund nämlich gar nicht auf die Forderung verzichten, erläutert Christine Melischko von den Stadtwerken. Dazu verpflichte eine Verordnung und - daraus abgeleitet - eine Satzung der Stadt. Weil Wasser so wichtig ist, müsse es möglichst günstig sein. "Und wenn ich diesen Bescheid aufheben würde, müsste ich die Kosten der Allgemeinheit aufbürden." Deshalb seien die Abnehmer ab dem Moment für das Wasser verantwortlich, da es über den Zähler gelaufen ist. Genau das sei in diesem Fall passiert. "Und weder Frau Gschwendtner noch wir wissen, was dahinter passiert ist."

Die Stadtwerke hätten sich ja bemüht, der Ursache auf den Grund zu gehen, etwa durch Nachschau. Aber nichts gefunden. Für alles Weitere seien ihnen die Hände gebunden. Es bleibe also nur der Tipp, der aus Sicht von Versorgern immer gelte: regelmäßig den Zählerstand kontrollieren.
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