Einst geriet Michael Gmeiner mit seiner Street-Art ins Visier der Polizei - Heute zeigt er ...
Schriftzeichen mit Glubschaugen

Michael Gmeiner in Aktion. Normalerweise auf großen Wandflächen unterwegs, präsentiert sich der Sprayer in Weiden von seiner anderen Seite: Hier zeigt er Graffiti auf Leinwand. Bild: swi
"Vier Polizisten des mobilen Einsatzkommandos Graffiti besuchten uns eines Nachts und beschlagnahmten alle Spray-Utensilien, Zeichnungen und Notizen unseres Sohnes", erinnert sich Dr. Karl Gmeiner. "Man verdächtigte Michael, einen Zug besprüht zu haben."

Heute kann Familie Gmeiner über den nächtlichen Besuch von damals lachen. Denn längst hat der Sohn seine Passion zum Beruf gemacht. Michael Gmeiner, er lebte bis zum Abitur in Weiden, betreibt mit zwei befreundeten Künstlern ein sehr erfolgreiches Büro für Design und Gegenwartskunst in München. Bei "graphism" - so der Firmenname - dreht sich alles um Graffiti-Kunst.

Begonnen hat Michael Gmeiner - wie fast jeder Sprayer - mit großen Buchstaben auf noch größeren Wänden. Bald spezialisierte sich der heute 35-jährige Künstler auf das Sprayen von Figuren. "Ich kann mich in Charakteren einfach besser ausdrücken", erklärt Michael Gmeiner. "Wenn sich um die Schriftzeichen Monster mit Glubschaugen ranken oder grinsende Liliputaner durch Zahnlücken pfeifen, beginnt eine Wand erst richtig zu leben." Seinen surrealen Gestalten begegnet man nicht nur auf Mauern, sondern auch auf Leinwänden. Die Leinwand mit ihrem begrenzten Raum eröffnet Michael Gmeiner völlig neue Möglichkeiten. Auf dem für Graffiti-Kunst eher ungewöhnlichen Bildträger "lässt es sich besser mit Acrylfarben, Stiften, Schablonen, Spachteln, Zahnbürsten und Spritzen experimentieren", sagt Gmeiner.

Ab Kunstgenuss bis Mitternacht am Freitag, 7. November, präsentiert die Galerie Recknagel in ihren neuen Räumlichkeiten am Pfarrplatz 1 Graffiti-Kunst auf Leinwand von Michael Gmeiner.
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