Ende der Eiszeit
Angemerkt

Ist's eine späte Einsicht? Mit der jüngsten Kündigungswelle verschreckt ATU auch die loyalsten Mitarbeiter. Zu schnell, zu brachial sollte sie umgesetzt werden. Eisig ist die Stimmung im Unternehmen. Nicht zuletzt auf Intervention der Gewerkschaft lenkt die Geschäftsführung leise ein. Es bleibt zwar bei den Kündigungen. Aber sie werden erst zum Jahresende wirksam. Zeit für die Betroffenen, einen neuen Arbeitsplatz zu finden.

Zugleich deutet sich an, dass ATU-Management und Gewerkschaft doch noch zu Partnern werden können. Überaus diplomatisch sind die Erklärungen - von beiden Seiten. "Durch das Gespräch und das Ergebnis konnte ein wichtiger Schritt hin zum dauerhaften Dialog gemacht werden", sagt Josef Bock, der für die IG Metall den Betrieb betreut und endlich den Betriebsrat gründen will. "Ein nachhaltiger, maßvoller und verantwortungsbewusster Umgang mit den Menschen ist für uns der Indikator für gute Arbeit im Betrieb... Ich lerne ATU nicht nur als starken Wirtschaftsfaktor kennen, sondern als einen Ort mit hart arbeitenden, motivierten und loyalen Mitarbeitern. Dies gilt es zu erhalten."

Und dazu braucht ATU nicht nur eine sensible Führung, sondern einen strengen, schneereichen Winter. Damit Batterien kollabieren, das Reifengeschäft brummt und die Werkstätten mit Reparaturarbeiten ausgelastet sind. Nur dann fruchten die schmerzhaften Einschnitte. Nur dann greift das Sanierungskonzept.



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