Energiekonzept

Viel Zeit nahm die Information über das Energiekonzept in Anspruch. Diplomingenieur Stefan Schedl vom Institut für Energietechnik an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden zeigte anhand von Bildern zunächst den Ist-Zustand auf, der als Hauptenergieform für die Wärmegewinnung das Heizöl ergab, ergänzt um Biomasse und Strom.

Die Nutzung erneuerbarer Energien macht 12 Prozent aus. Der Anteil an schädlichem Kohlendioxid liegt bei 6 500 Tonnen jährlich, 4,4 Tonnen pro Person. Einsparpotential erkannte Stefan Schedl in der Wärmedämmung an den Häusern. Im Haushalt verbraucht den meisten Strom das Kühlen und Gefrieren. Moderne Küchengeräte, ebenso wie moderne Umwälzpumpen bei der Ölzentralheizung, würden den Stromverbrauch reduzieren. Weitere Einsparungen wären bei Verzicht auf Standby zum Beispiel beim Fernseh- oder anderen Geräten im Haushalt sowie bei einer Umstellung der Beleuchtung auf LED-Lampen zu erreichen.

Bei den kommunalen Liegenschaften ließen sich 36 Prozent einsparen. Die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED-Lampen brächte 81 Prozent weniger Strom. Bei den Gewerbebetrieben könnte mit einem Einsparpotential von 27 Prozent gerechnet werden. Das Institut prüfte die Energiegewinnung durch Photovoltaik, Solarenergie, Biogas und Wasserkraft. Für eine externe Wärmeversorgung haben in Etzelwang 66 Haushalte Interesse bekundet.

Diese verhältnismäßig geringe Zahl an Abnehmern macht eine wirtschaftliche Belieferung schwierig. Die Untersuchungen und Berechnungen der verschiedenen Heizungsformen erfolgten in vier Varianten.

ie individuelle Wärmeversorgung würde den privaten Haushalten mit 308 000 Euro Investitionen den niedrigsten Kostenaufwand bringen, allerdings mit der höchsten Umweltbelastung. Bei einer zentralen Wärmeversorgung mit Hackschnitzel und für den Spitzenbedarf mit einem zusätzlichen Heizölbrenner müsste mit 377 000 Euro Investitionen gerechnet werden. Auf 411 000 Euro käme eine Wärmegewinnung mit Pellets in Verbindung mit Heizöl. Variante 4 würde mit einer Holzvergasungsanlage und Heizöl für Spitzenbedarf 391 000 Euro Investitionskosten verursachen.

Günstiger wäre eine Verlegung des Heizgebäudes in die Dorfmitte. Die Untersuchungen ergaben, dass selbst bei einem kleineren Umgriff mit nur 26 Anschlüssen die Heizung kaum billiger käme. Der Stromverbrauch in der Kläranlage könnte mit Photovoltaik bis zu 85 Prozent selbst erzeugt werden, dies koste 9400 Euro. Die Nutzung von Wasserkraft an der Kläranlage hat kaum Aussicht auf Genehmigung, weder vom Wasserwirtschaftsamt noch vom Landratsamt. (ds)
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