Erbe rechtzeitig regeln

Der neugewählte Regionalvorstand des Bundes der Steuerzahler: Neuer Vorsitzender ist Reinhold Wildenauer (rechts), sein Stellvertreter Thomas Raithel (Zweiter von rechts), Beirat Wilhelm Hägler (Fünfter von rechts). Hauptreferentin des Abends war die Vizepräsidentin des Bayerischen Steuerzahlerbundes, Hannah Stein (Dritte von rechts), Moderator Volker Eichelbaum (Vierter von rechts), stellvertretender Verwaltungsratsvorsitzender des Steuerzahlerbundes. Mit im Bild auch die geehrten langjährigen Mitglieder.

Wer sein Erbe frühzeitig verteilt, kann den Erben unter Umständen Steuern ersparen. Das war nur einer der Tipps, die Vizepräsidentin Hannah Stein vom Bund der Steuerzahler bereit hielt. Der Regionalverband Tirschenreuth-Weiden-Neustadt wählte Reinhold Wildenauer zum neuen Vorsitzenden.

Weiden. (sbü) Durch den Tod des langjährigen Vorsitzenden Gerhard Linsmeier war die Neuwahl erforderlich geworden. Als stellvertretender Vorsitzender wurde Thomas Raithel bestätigt. Neuer Beirat ist Wilhelm Hägler. Alle Kandidaten wurden von der Mitgliederversammlung im Hotel "Zur Heimat" einstimmig gewählt. In seiner Antrittsrede versprach Wildenauer, sich intensiv für die Anliegen des Steuerzahlerbundes einzusetzen. Ganz besonders will er die Forderung nach Abschaffung der Erbschaftssteuer unterstützen.

"Entsetzlich kompliziert"

Zum Thema "Erben und Vererben" referierte Hannah Stein, Vizepräsidentin des Bundes der Steuerzahler in Bayern, über aktuelle Fragen der Reform des Erbschaftsrechts und gab den Zuhörern Verhaltenstipps in Erbschaftsfragen. Weil das Erbschaftssteuerrecht so "entsetzlich kompliziert" und unübersichtlich sei, wünschte die Referentin am Ende ihres Vortrags allen Zuhörern "ein langes und gesundes Leben". Dennoch empfahl sie, sich rechtzeitig um Testament und Erbschaftsangelegenheiten zu kümmern. Nur so könnten unerwünschte Konsequenzen, wie zum Beispiel der Eintritt der gesetzlichen Erbfolge, verhindert werden.

Hannah Stein empfahl zudem, Erbschaftsangelegenheiten immer auch unter steuerlichen Aspekten zu betrachten. Insofern bedürfe es neben Notar und Rechtsberatung auch des Steuersachverständigen. Sobald größere Vermögenswerte vererbt würden, sollte unbedingt ein notarielles Testament gefertigt werden. Die damit verbundene Beratung führe meist zur besseren Lösung. Um den Zuhörern die Scheu vor einem Testament zu nehmen, stellte Hannah Stein fest: "Letzte Verfügungen können jederzeit geändert werden und ein Testament beschränkt niemanden in seiner Handlungsfreiheit". Frühzeitige Schenkungen als vorgezogene Erbfolge könnten eventuell zu späteren Steuerersparnissen führen. Da "der Erbe in alle Rechte und Pflichten des Erblassers eintritt", bestünde auch die Möglichkeit, das Erbe auszuschlagen.

Themen des Vortrags waren auch Erbschafts- und Schenkungssteuer, Freibeträge, Testamentsvollstreckung und das Pflichtteilsrecht. Anhand konkreter Fälle erläuterte die Expertin ihre Informationen. Sehr wichtig sei auch der Zusammenhang zwischen Erbrecht und Güterstand.

Schließlich wurden im Vortrag noch politische Aspekte der Erbschaftssteuerreform angesprochen. Mit einem Erbschaftssteueraufkommen von 5,4 Milliarden liege diese Steuer "weit im Hinterfeld der Steuerarten". Über diese Steuer gebe es sehr unterschiedliche Auffassungen unter den Parteien. Die Große Koalition habe sich auf eine "aufkommensneutrale Reform" geeinigt. Hannah Stein erwartet dazu eine erneute Klage vor dem Bundesverfassungsgericht. Deshalb fordere der Bund der Steuerzahler die Abschaffung der Erbschaftssteuer, "da eine verfassungskonforme Lösung nicht in Sicht sei".
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