Erlebnisse

"Als Stewardessen bei Pan Am lernten wir nicht nur Cocktails zu mixen. Wir mussten auch kochen. Das war unser Glück während der Ausbildung. Denn wir hatten alle kaum Geld. Für das ,president special' in der ersten Klasse mussten wir Rinderfilet und Hummer zubereiten. Das durften wir anschließend selbst essen. Die fertigen Gerichte für die Passagiere kamen frisch gekocht und tiefgefroren aus dem Maxim's in Paris."

"Bevor wir zum ersten Flug starten durften, kamen die Impfungen: 22 Stück in 3 Tagen. Gegen Cholera, Gelbfieber und, und, und.... Die Arme sind dick angeschwollen."

"Auf meinem ersten Flug wurde mein Mann als Purser standby hinzugezogen. Er war müde, nicht vorbereitet und sagte, ich müsste fast alles alleine machen. Dann fragte er: Wie lange fliegst du schon? Ich sagte: Das ist mein erster Flug. Er sagte: Oh, Gott!"

"Alle 6 Monate standen für uns Notfallübungen an: Da mussten wir in den Hudson springen, durften nur Schuhe und Jacke ausziehen und mussten eine Person aus dem Wasser retten. Erst später wurden die Übungen in einen Swimming-Pool verlegt."

"Teheran und Afghanistan waren hard-ship-stations, das heißt, dort zu leben war schwer. Supermärkte gab es nicht. Zum Einkaufen ging man in den Basar. Das war mir nicht geheuer. Unser Chauffeur hat mich da begleitet. Ich weiß noch, wie ich mein erstes Hähnchen gekauft habe. Das lebte natürlich noch. Er hat ihm den Kragen umgedreht und es mir gegeben. Und ich war so ein verwöhntes Persönchen."

Marianne Succhi
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