Erleichterung in der Gerhardingerschule - alle Grundschulen werden noch einmal bewertet
Schulen unter der Lupe

Die Gerhardingerschule bleibt zunächst bestehen. Bild: Steinbacher

Erleichterung in der Gerhardingerschule: Sie wird vorerst nicht geschlossen. Dafür kommen nun alle Grundschulen unter die Lupe. Und später vielleicht noch andere Bildungseinrichtungen?

Der Schlussgong erklingt noch nicht. In der Gerhardingerschule "ist die Erleichterung sehr groß", wie stellvertretender Rektor Hans Dittrich sagt. Die Einrichtung bleibt erst einmal erhalten. Am Montag wollte der Stadtrat in seiner Sitzung keine Schließung in die Wege leiten . Bis zum Sommer sollen erst alle sieben Grundschulen noch einmal bewertet werden. Dann kommt die Frage nach dem Aus für eine oder mehrere von ihnen erneut auf die Tagesordnung.

Die Diskussion läuft also weiter. Eine ihrer wichtigsten Grundlagen ist der Schulentwicklungsplan, den Stadtplaner Friedrich Zeiß federführend entworfen hat. Das Papier, das der Stadtrat in nichtöffentlicher Sitzung erläutert bekam, zeigt auf, was sich in der Weidener Schullandschaft verändert hat - und sich verändern könnte. Außerdem enthält es Gedankenspiele, die im Vorfeld Diskussionen ausgelöst haben.

Fragen aufgeworfen

Zu Letzterem gehört, dass es die Frage aufwirft, ob die Stadt angesichts des Schülerrückgangs noch sieben Grundschulen braucht. Herausgegriffen werden Gerhardinger- und Hans-Schelter-Schule. Damit habe das Papier nicht das Aus für eines der beiden Häuser vorgeschlagen, betont Zeiß. Aber die zwei seien nun mal am ehesten "Wackelkandidaten". Die Gerhardingerschule sei "von hoher Qualität". Aber der Pausenhof sei relativ klein, anderswo gebe es geeignetere Sporthallen. Zudem könnten die Kinder aus dem Sprengel innerhalb von zwei Kilometern Fußweg auch andere Schulen erreichen. Die Schelter-Schule wiederum besuchten vor allem "Buskinder". Es stelle sich die Frage, ob es nicht auch an einen anderen Ort gehen könne, wenn die Kinder eh mit dem Bus fahren. Hinzu komme die Nähe zum Sprengel der Rehbühlschule. Außerdem sei das Gebäude nicht barrierefrei und müsse mittelfristig saniert werden.

Gründe für eine Schließung? Das wollte der Stadtrat vorerst nicht entscheiden. Stattdessen sollen Zeiß und Kollegen nun Kriterien zur Sicherung des Standorts bei allen Grundschulen anlegen. Das heißt aber ebenso, dass sie auch die Frage nach möglichen Schließungen und deren Auswirkungen bei allen sieben durchspielen sollen. Dafür hat Zeiß eine Art Bewertungsbogen erstellt. Zu dessen Kriterien zählen Daten und Fakten zu den einzelnen Schulen, also etwa die Schülerzahl und deren voraussichtliche Entwicklung. Weitere Punkte sind beispielsweise freie Kapazitäten, das schulische Angebot und die Ausstattung. Kriterien sind aber auch finanzielle Aspekte wie Ersparnisse bei einer Schließung, der bauliche Zustand und eine mögliche Nachnutzung der Gebäude.

Bei alldem, betont Zeiß, "geht es nicht um Schrumpfung. Es geht um eine Strategie, wie man Bildungsangebote langfristig hochwertig sichern oder noch verbessern kann". Denn "je kleiner eine Schule wird, desto schwieriger wird es, differenzierte Angebote zu erhalten".

Ohnehin enthalte das Arbeitspapier auch Alternativen zu Schließungen. So behandelt es auch die Möglichkeit eines Umzugs der "Gerhardinger" in das Gebäude einer geschrumpften Realschule. Andernorts, am Hammerweg etwa, könnten in frei werdenden Räumen auch Vereine oder ein Stadtteilzentrum unterkommen - so ein weiteres Gedankenspiel. Ob also das ein zweiter Weg sein könnte, ob es doch zu Schließungen kommt, darüber muss voraussichtlich noch vor der Sommerpause der Stadtrat entscheiden. Wie auch immer es dann ausgeht, los ist er die Thematik damit aber noch nicht. Der Schulentwicklungsplan jedenfalls blickt noch weiter in die Zukunft. Ab 2017 empfiehlt er ein Monitoring bei den weiterführenden Schulen. Das könnte dann auch weiterführen zur Diskussion über Schließungen in diesem Bereich.
Weitere Beiträge zu den Themen: Januar 2015 (7957)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.