Erst brutal, nun romantisch

20 Jahre ist die Neunkirchnerin jung, die unter dem Pseudonym Maron Fuchs gerade ihren vierten Jugendroman veröffentlicht hat. "Ballade des Herzens" heißt er. Und er entstand nach "vielen sehr peinlichen Gesprächen mit meinen Brüdern". Und zwischen den Vorlesungen, die die ehemalige Kepler-Abiturienten an der Universität in Bamberg besucht. Maron Fuchs will am Lehrerin am Gymnasium für Latein und katholische Religion werden: "Unterrichten ist mein Traumberuf, Schreiben mein Hobby." Bild: Steinbacher

Nach Totschlag und Kindsmisshandlung stimmt die Weidener Autorin Maron Fuchs in ihrem neuen Buch "Ballade des Herzens" romantische Töne an. Spannend wird es trotzdem wieder auf den 424 Seiten, die die ehemalige Kepler-Abiturientin erneut unter Pseudonym verfasst hat.

Warum schreiben Sie unter Pseudonym?

Maron Fuchs: Ich möchte meinen späteren Berufsalltag als Lehrerin für Latein und katholische Religion am Gymnasium von meinem Hobby, dem Schreiben, strikt trennen.

Das haben Sie aber sehr vorausschauend entschieden. Veröffentlichten Sie Ihr erstes Buch "Kamillensommer" nicht schon mit 18?

Maron Fuchs: Stimmt. Ich wollte schon immer unterrichten. Geschrieben habe ich aber noch früher. Mit 13 entstand mein Erstlingswerk, eine Fantasy-Geschichte, die jetzt bald rauskommen wird.

Moment, Moment. Bei Ihrem neuem Buch "Ballade des Herzens" ist doch die Druckerschwärze noch ganz frisch. Worum geht es darin?

Fuchs: Erstmals ist meine Hauptfigur ein Junge. Um genau zu sein, ein verwöhnter, reicher 21-jähriger Schnösel, mit dessen geruhsamem Leben es vorbei ist, als er diese geheimnisvolle Göre trifft, die in einem Baum sitzt, bewegende Lieder singt und irgendwie paranoid wirkt. Und schon wird er in eine Sache hineingezogen, die viel größer ist, als er jemals vermutet hätte.

Wie viel Autobiographisches enthalten Ihre Bücher?

Fuchs: Wenig, die Handlungen betreffend. Nur die Empfindungen dazu kommen aus mir heraus. Ich kann etwa das Verliebtsein beschreiben, weil ich es selbst empfunden habe. Den Rest muss ich recherchieren. Für "Ballade des Herzens" habe ich deshalb viele sehr peinliche Gespräche mit meinen Brüdern geführt, um besser die männliche Perspektive in einer Beziehung einnehmen zu können. Oder ich habe meinen Freund gefragt, was er sagen würde, wenn ich hopplahopp mit ihm Schluss machen würde, ganz ohne Grund. Er fiel aus allen Wolken. Ich hatte vergessen zu erwähnen, dass das rein hypothetisch fürs neue Buch ist. Die Reaktion war dafür sehr authentisch. Der Text fürs Buch stand.

Für "Eiseskälte" habe ich extra Kung-Fu-Training genommen, um Ahnung von Selbstverteidigung zu bekommen. Meine Hauptfigur hilft sich so im Kampf gegen die Angst nach Missbrauch in der Familie.

Apropos Missbrauch: Was hat Sie dazu bewogen, Gewalt gegen Kinder zum zentralen Thema von "Eiseskälte" und dem Folgeroman "Glühende Hitze" zu machen?

Fuchs: Meine Freundin aus der Grundschule hat mich inspiriert. Sie meinte, ich soll mal etwas Realistischeres, Brutaleres schreiben.

So einfach ist das bei Ihnen: Auf eine Anregung hin folgen zwei Romane zur Kindsmisshandlung in der Familie binnen acht Wochen?

Fuchs: Ich kenn' den Anfang und den Schluss einer Geschichte. Der Mittelteil fügt sich recht magisch zusammen.

Und das ruckzuck.

Fuchs: Die Geschichte ist ja schon in meinem Kopf. Ich muss sie nur noch aufschreiben. Mit meinem ganz speziellen Fingersystem schaffe ich über 200 Anschläge die Minute. Das geht schnell. Ich brauche eher Disziplin, wieder aufzuhören.

Entsprechend arbeiten Sie bereits an einem neuen Werk?

Fuchs: Natürlich. Dabei ist das neue Werk das Buch, das ich als erstes geschrieben habe. Mit 13, die schon erwähnte Fantasy-Geschichte. Vermutlich wird's eine Trilogie. Ich könnte auch fünf Bände daraus machen. Aber wir werden sehen.

___

"Ballade des Herzens" ist als Taschenbuch im MTM-Verlag Papierfresserchen erschienen, umfasst 424 Seiten und kostet 15,30 Euro. ISBN: 978-3-86196-545-9
Weitere Beiträge zu den Themen: Juli 2015 (8669)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.