Erst der Notstand rettet vor Strafzettel

(ca) Eigentlich ist die Sache nicht zum Lachen. Aber so lebhaft, wie sie der "Um-die-70"-Jährige erzählt, dann doch wieder. Er hat eine besondere Episode zum Thema Strafzettel beizutragen.

Der Landkreisbürger hatte einen Patienten im Klinikum abzuliefern. Ebenfalls um die 70, mit starken Bauchschmerzen und extrem hohem Fieber. Einen Sanka wollte derjenige nicht, den Transport übernahm der Freund privat. Er rief dazu vorher in der Notaufnahme an. "Fahren Sie hinten ran", lautete die Aufforderung, "wir warten auf Sie."

Gesagt, getan. Der Fahrer stellte sein Auto ab, schleppte den Patienten die Rampe hoch, lehnte ihn dort mehr oder weniger an die Wand, um gleich wieder runterzulaufen und die Tasche des Kranken aus dem Auto zu holen. "Das waren Sekunden - und als ich mich umdrehe, steht schon die Politesse da." Die Verkehrsüberwacherin habe sein Auto fotografiert und schon einen Strafzettel ausgestellt. 15 Euro.

"Sehen Sie nicht, dass ich hier einen Notfall bringe?", fragte der Falschparker. "Ich sehe gar nichts", soll die Frau gesagt haben. Und schon ging's hin und her, immer lauter. "Das Ganze ist eskaliert." Von oben schrie die Krankenschwester herunter, dass das in Ordnung gehe. Ja, sie habe dem Mann die Erlaubnis gegeben, sein Auto dort abzustellen. Der Patient hing inzwischen einigermaßen sicher in einem Rollstuhl - mit über 40 Grad Fieber, wie sich später herausstellte, das nachts sogar noch auf 42 steigen sollte.

"Minutenlang" hätten sich er und die Krankenschwester mit der Parkkontrolleurin ein Wort-Duell geliefert. Bis sie schließlich das Knöllchen zurücknahm. Später habe bei ihm sogar noch der Vorgesetzte angerufen, dass er nicht zu zahlen brauche. Auf sich beruhen lassen will er es hiermit auch nicht: "Der Patient hätte hops gehen können."
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