"Erwartung" hat Andreas Kuhnlein sein Kunstwerk genannt, das in der
Erwartung harrt der Besucher

Sie nahmen das Kunstwerk in ihre Mitte (von links): Kapellenverein-Vorsitzende Renate Nowak, die Künstler Dominik Schleicher und Andreas Kuhnlein sowie Pfarrer Michael Hoch. Bild: nib
Heilig-Kreuz-Kapelle in Knölling steht. Bei der Vernissage versuchten sich die Besucher an der Interpretation der Arbeit.

(nib) Groß war das Interesse der Bevölkerung an der Ausstellungseröffnung. In der neu errichteten Heilig-Kreuz-Kapelle herrschte dichtes Gedränge rund um die Statue, als die Vorsitzende des Kapellenvereins, Renate Nowak, einleitende Worte sprach.

Durch Zufall war Dominik Schleicher über eine Radiosendung auf den Künstler Andreas Kuhnlein aus dem Chiemgau aufmerksam geworden. Bereits beim ersten Kontakt, darüber waren sich beide einig, stimmte die Chemie zwischen den beiden. Schleicher, der selbst Bildhauer ist, war beeindruckt von der Kunstfertigkeit, mit der Kuhnlein seine Werke mit der Motorsäge aus dem harten Holz herausarbeitet.

Kuhnlein selbst bezeichnete die Kapelle als wunderbaren Rahmen für das Werk. Die Anordnung mit der schwangeren Frau auf der einen und der Madonna auf der anderen Seite erzeuge zusätzlich eine Spannung. Seit 20 Jahren ist das Menschenbild zentrales Thema in seinen Kunstwerken. Dabei begeistern ihn vor allem ältere Gesichter: "Die sind mit ihren Furchen wie ein Tagebuch mit vielen Einträgen."

Drei Schwerpunktthemen versucht er in seinen Kunstwerken Ausdruck zu verleihen: der Brutalität der Menschen, deren Zerbrechlichkeit und Verletzlichkeit sowie letztendlich die Vergänglichkeit.

"Man merkt, dass Kunst etwas zu sagen hat", stellte Pfarrer Michael Hoch fest. Nicht zufällig habe man den ersten Advent für die Vernissage ausgewählt: "Menschen in Erwartung sind ganz bei sich, sie leben im jetzt und hier." Genau vor einem Jahr sei der Grundstein für die Kapelle gelegt worden.

Einen würdigen Rahmen verliehen der Veranstaltung zwei Geigenspielerinnen, die einige Musikstücke vortrugen. Die Bewirtung der Gäste übernahmen die Mitglieder des Kapellenvereins. Das Werk kann während der Öffnungszeiten der Kapelle besichtigt werden.
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