Erzbischof bewundert Idealismus und Eifer der Schönlinder

Fast komplett gefüllt war die Kirche, als Karl Edl am frühen Nachmittag zum Abschluss der kirchlichen Feierlichkeiten einen Vortrag über die Geschichte des Gotteshauses und seine Bedeutung für den Ort hielt.

Trotz Kriegstraumas und allgemeiner Not beschloss die Bevölkerung 1946, unterstützt von Pfarrer Alfred Salat von Schlicht, eine Kirche zu bauen. Wegen der nicht zuletzt durch Heimatvertriebene und Flüchtlinge stark steigenden Bevölkerungs- und vor allem Kinderzahl wurde aber zunächst eine Schule am Ort errichtet. Gleich nach deren Einweihung gründeten 1950 die Bewohner von Heroldsmühle, Gumpenhof, Ödgodlricht, Schönlind und Teilen von Eberhardsbühl einen Kirchenbauverein, der unter Führung von Vorsitzendem Lorenz Edl und Bürgermeister Michael Edl auch gegen manche Widerstände bald eine Genehmigung für das Vorhaben erreichte. In Architekt Hans Lang aus Regensburg, dessen Frau aus Schönlind stammte, und Hauptlehrer Alfons Kneidl fanden sich Mitstreiter.

So gelang es, die Bevölkerung für den Bau zu begeistern und auch in vielen Orten der Umgebung Unterstützer zu finden, wie in der Urkunde, die bei der Grundsteinlegung am 29. September 1951 mit eingemauert wurde, festgehalten ist. Alles wurde in Schönlind in dieser Zeit dem Kirchenbau untergeordnet. Mit vielen kreativen Ideen, Veranstaltungen und Unternehmungen gelang es, das Unternehmen finanziell zu schultern. Erzbischof Michael Buchberger aus Regensburg zeigte sich bei einem Besuch beeindruckt vom Idealismus und Eifer der Schönlinder. Besonders bewunderte er das farbenprächtige Rundfenster im Chorraum mit dem Engelmotiv.

Karl Edl verschwieg auch nicht Schwierigkeiten, etwa die mangelnde Akzeptanz durch den damaligen Schlichter Pfarrer. So wurden anfangs nach der Benediktion der Kirche 1953 in privater Initiative Geistliche für die Gottesdienste nach Schönlind geholt. Das Wochenende 22./23. Mai 1954 wurde zum Höhepunkt in der Geschichte Schönlinds mit der Weihe der Kirche St. Michael durch Weihbischof Josef Hiltl. Von Pfarrer Georg Bergler (ab 1960) und seinen Nachfolgern wurde Schönlind voll als Filialkirche der Pfarrei Schlicht anerkannt.

Karl Edl würdigte die Leistung der Elterngeneration, die von Gottvertrauen und Gemeinschaftsgeist getragen gewesen sei. Der Kirchenbau sei auch die Grundlage für die alljährliche Kirchweih. Langanhaltender Beifall war der Lohn für Edls Vortrag. Auch die von ihm und Christa Münster erstellten Bildwände mit Plänen, Texten und Bildern aus der Geschichte der Schönlinder Kirche stießen auf großes Interesse. (ct)
Weitere Beiträge zu den Themen: Mai 2015 (7908)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.