Erziehungsexpertin: "Starke Kinder brauchen starke Eltern" - Das Rezept: viel Liebe, klare ...
Glücklich ist, wer nicht alles bekommt

Es klingt so leicht und ist doch gar nicht so einfach umzusetzen: selbstbewusst und konsequent, dabei gelassen und engagiert - so wünscht sich Familientrainerin Stephanie Staudenmeyer Eltern von heute. Bilder: uz (2)
Weiden. (uz) Viel Liebe schenken aber auch Grenzen aufzeigen. Dies sei, grob gesagt, der beste Erziehungsstil. Experten nennen dieses Modell den autoritativen Erziehungsstil. Anregungen gab auf Einladung des Kindergartens St. Markus die Diplom-Sozialpädagogin (FH) und Familientrainerin Stephanie Staudenmayer.

Das Thema im Pfarrheim lautete "Starke Kinder brauchen starke Eltern". Erziehung sei die Sammelbezeichnung für alle erfolgreichen und erfolglosen Versuche, das Verhalten von Mitmenschen, insbesondere von Kindern, in eine gewünschte Richtung zu ändern. Oder um es mit Karl Valentin auszudrücken: "Wir brauchen unsere Kinder nicht erziehen, sie machen uns sowieso alles nach."

Es seien oft die kleinen Dinge des Lebens, die Erwachsene gar nicht wahrnähmen, die einen besonderen Einfluss auf Kinder hätten, betonte Stephanie Staudenmayer. Ihr Vortrag bezog sich auf Kindergarten- und Vorschulkinder. Pubertierende waren ausgenommen. "Unsere Kinder können nur stark sein, wenn wir das auch sind." Deshalb ging die Expertin besonders auf die Vorbildfunktion der Eltern ein. Die sollten selbstbewusst und konsequent sein, aber vor allem gelassen, ruhig und engagiert.

"Lassen Sie die Unterschiede der beiden Elternteile durchaus den Kindern erkennen." Dies könne sogar eine Stärke sein, ebenso wie ein gesunder Egoismus. Der autoritative Erziehungsstil sei der zurzeit erfolgreichste: viel Zuwendung, viel Liebe, klare Regeln und Grenzen, die dann ganz konsequent verfolgt werden. "Suchen Sie die goldene Mitte."

Je älter, umso mehr Handel

Die glücklichsten Kinder kämen aus Familien, wo es Grenzen gebe und wo sie nicht alles bekämen. "Das haben Forschungsergebnisse ermittelt." Eltern sollten sich im Klaren darüber sein, dass Kinder keine Roboter sind. "Es menschelt." Je älter die Kinder, desto verhandelbarer sollten die Regeln sein. "Oft geht's hier dann wie auf einem orientalischen Basar zu." Dann käme es auch zu Hierarchieprobleme. Aber: "Das durchzusetzen ist nicht der Job Ihrer Kinder, das ist Ihr Job." Nachteil der autoritativen Methode: Die Konsequenzen seien nicht immer einzuhalten. Vor allem, wenn sie in Rage und Zorn ausgesprochen worden seien.

Kinder, die so erzogen würden, seien selbstständig, selbstsicher, vor allem aber kommunikativ. Warum? "Weil sie ihre Belange mit den Eltern wortreich ausfechten." Gleichzeitig wachse die soziale Kompetenz. "Sie können sich gut einfügen und trotzdem auch Nein sagen." Kinder, denen dieses Eigenschaften nicht in die Wiege gelegt worden seien, die seien dank dieses Erziehungsstils auf bestem Weg, dies zu lernen.
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