Es ist ein Auf und Ab der Gefühle bei der Erziehungsberatungsstelle Weiden-Neustadt: Unendlich ...
Alter Hase ist neuer Chef

Der ehemalige Stellvertreter geht nun als neuer Leiter der Erziehungs-, Jugend- und Familienberatungsstelle Weiden/Neustadt an die Arbeit: Gunter Hannig (sitzend). Auf die Zusammenarbeit freuen sich (von links) Klaus Egelseer (Jugendamt Neustadt), Bärbel Otto (Jugendamt Weiden) und Michael Eibl, Direktor der Katholischen Jugendfürsorge. Bild: mte

Es ist ein Auf und Ab der Gefühle bei der Erziehungsberatungsstelle Weiden-Neustadt: Unendlich traurig sind alle über den Tod der Leiterin Dr. Beate Schildbach. Zugleich macht sich auch Freude breit: Denn bei der Beratungsstelle übernimmt nun einer das Ruder, den sich auch Schildbach als Kapitän gewünscht hätte.

Eine lange Ausschreibung gab es nicht. Dafür viele Gespräche. Und ruckzuck kam im verkürzten Verfahren die Entscheidung aus Regensburg: Gunter Hannig ist mit Wirkung zum 1. Oktober der neue Leiter der Erziehungs-, Jugend- und Familienberatungsstelle Weiden-Neustadt am Josef-Witt-Platz.

Allen voran gratulierte Michael Eibl. "Ich freue mich über den fließenden Übergang. Wir haben vollstes Vertrauen in Sie", sagte der Direktor der Katholischen Jugendfürsorge Regensburg bei der offiziellen Amtseinführung am Donnerstagmorgen.

2009 übernahm Hannig neben Dr. Schildbach die stellvertretende Leitung der Erziehungsberatungsstelle. Brachte der Diplom-Psychologe doch erheblich Erfahrung mit. Seit mehr als 25 Jahren wirkt der 56-jährige Rheinländer nun schon im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe. Seit über 20 Jahren bei der Beratungsstelle Weiden-Neustadt mit Schwerpunkt auf Systemische Familientherapie, also auf Hilfe bei Trennung und Scheidung, bei Stieffamilienproblematiken oder bei Gewalt in der Familie.

"Eine außergewöhnlich Vorgeschichte bedarf einer außergewöhnlichen Lösung", erklärte Hannig, der der verstorbenen Vorgängerin dankte, dass sie ihm seit 2009 viel Gelegenheit gegeben hatte, die Rolle des Stellvertreters zu üben. "So konnte ich nach Dr. Schildbachs Erkrankung nahtlos übernehmen. Ich denke, die Lösung ist auch in ihrem Sinn." Zugleich dankte Hannig der Katholischen Jugendfürsorge Regensburg für seine Einsetzung sowie seinem siebenköpfigem Team, insbesondere seiner Stellvertreterin Regina Träger, für dessen Okay. Dann sprach er über die Herausforderungen, die die Zukunft bringen wird: Zwei Teilzeitstellen wollen besetzt werden.

"Und wir müssen unser Angebot weiterentwickeln." Immer mehr würden sich Problematiken verjüngen: "Es ist keine Seltenheit mehr, dass bereits Elfjährige in erheblichen Kontakt mit Alkohol, Kräutermischungen und Crystal kommen." So brauche es vermehrt Hilfsangebote für diese Kinder und die betroffenen Eltern.

Auch die Flüchtlingsproblematik werde die Beratungsstelle erreichen. Zeitverzögert. "Aktuell ist die Grundversorgung, das Dach über dem Kopf, das Wichtigste", wusste Hannig und sprach vom Kontakt zu nur einem einzigen Unbegleiteten minderjährigen Flüchtling. Später aber gelte es, die vielen Familien, die anders als zu Aussiedlerzeiten nun den Weg nach Weiden finden, zu beraten. Dem stimmten auch die Jugendamtsleiter Bärbel Otto (Weiden) und Klaus Egelseer (Neustadt) zu. Beide erklärten zudem, die bewährte Zusammenarbeit gern weiterführen zu wollen.
Weitere Beiträge zu den Themen: Oktober 2015 (8435)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.