"Es muss ja nicht sofort sein, aber"

Wer zu groß ist für kleine Aufgaben, der ist zu klein für große Aufgaben. Eine Aussage, die auf Emil Gruber nicht zutrifft. Er hatte als Schulleiter kein Problem, auch mal selbst Eimer und Lappen in die Hand zu nehmen und aufzuwischen. Meist aber sprudelte er vor Ideen. Bei der Verabschiedung bescheinigte ihm Stellvertreterin Gabriele Dill "Managerqualitäten".

Emil Gruber habe nicht nur Visionen gehabt, "er setzte die Visionen auch um", sagte Dill beim Festakt am Mittwoch in der Aula der Gustav-von-Schlör-Schule. Eine sei der Neubau der Schule neben der OTH auf dem Bildungscampus im Weidener Osten gewesen. "Mit ihm ist er belohnt worden", sagte der Ministerialbeauftragte für die beruflichen Oberschulen in Ostbayern, Dr. Friedrich Heyder aus Straubing. Für das neue Gebäude habe Gruber sogar seine Pension um ein Jahr hinausgeschoben.

Unter anderem den Neubau wählte auch die Theatergruppe zur Charakterisierung des scheidenden Schulleiters. Von ständigem Nachbohren und Nachbessern sogar bis hin zur Klopapier-Rolle war im Monolog von Sebastian Rothe die Rede. Und Anton Alesik dankte für die "außergewöhnliche Unterstützung" der Theatergruppe und das große Vertrauen. "Sie haben uns alles spielen lassen."

Anekdötchen gesammelt

Für die SMV hatten Maria Koch und Andreas Hecke das "geheime Reisetagebuch" des Weltenbummlers öffentlich gemacht und auch für immerwährende Unterstützung gedankt. Schließlich hatten Personalrat und Kollegium etliche "Anekdötchen" der vergangenen neun Jahre gesammelt und eine Kurzfassung in Liedform wiedergegeben. Fazit zum Ende einer Ära: "Er wird auch den Ruhestand nicht langsam angehen."

Die künftige Chefin, Gabriele Dill, gab Einblicke in den Schulalltag preis, vor allem am Montagmorgen, wenn Gruber sinnierte, er habe da eine Idee, "und wir könnten doch, es muss ja nicht sofort sein, aber . . ." Dill bezeichnete ihn als "Macher im positivsten Sinn", mit dem Gefühl für das Richtige und Wichtige.

OB Kurt Seggewiß würdigte das tolle musikalische Begleitprogramm durch die Schülerband mit Liedern wie "Take Five", "I did it my way" und "Black or White". Seine Vision: Eine weitere Ausbildungsrichtung Musik. Den Netzwerker Gruber würdigte er als einen, der viel getan habe für die Weidener Schullandschaft. Dr. Heyder erinnerte daran, dass der Oberstudiendirektor als Realschul-Lehrer angefangen und zuletzt in Weiden die Zahl der Schüler von knapp 700 auf 1200 erhöht habe. "Die Schule hat einen sehr, sehr guten Ruf." Auszeichnungen und Preise ohne Ende seien ein weiteres Beispiel, dass die Schulfamilie funktioniere. "Ein guter Geist weht durch alle Räume."

Feuer entfachen

Gruber bat sein Kollegium und seine Nachfolgerin ("wir sind Seelenverwandte"), den erfolgreichen Weg fortzuschreiten. Schülern müsse man ein zusammenhängendes, gefestigtes Wissen vermitteln. Damit könne man das Feuer in ihnen entfachen. "Dann brauchen wir an dieser Schule keinen demografischen Wandel zu fürchten."
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