"Es reicht"

Alfons Ernstberger (links), Vorsitzender der Komba, ehrte Anita Lehner und Adolf Kreuzer für 40 beziehungsweise 50 Jahre Treue zur Gewerkschaft. Bild: R. Kreuzer

Neun Mitgliedern hätte die Ehre gebührt. Nur zwei davon konnte der Vorsitzende der Gewerkschaft Komba tatsächlich ehren. Da blieb Raum für Kritik. Zum Beispiel für die Stadt als Arbeitgeber.

Für 50 Jahre Treue zur Gewerkschaft Komba erhielt Adolf Kreuzer eine Auszeichnung. 40 Jahre ist Anita Lehner dabei. Beide ehrte der Vorsitzende Alfons Ernstberger mit einer Urkunde bei der Jahreshauptversammlung im "Vereinsheim Almrausch".

Dank sprach Ernstberger aber auch dem Oberbürgermeister aus. Kurt Seggewiß habe bei der Bewältigung der Völkerwanderung richtig gehandelt. "Das größte Lob aber erhält die hilfsbereite deutsche Bevölkerung, an der Spitze die freiwilligen Helfer und die Beschäftigten im öffentlichen Dienst, die neben ihrer täglichen Arbeit auch noch die Aufnahme, die Versorgung, die Registrierung, die Betreuung und vieles mehr zu schultern haben." Allerdings fehle es an einer Perspektive auf Verbesserungen der angespannten Situation.

"Zu dieser permanent steigenden Belastung für die Beschäftigten der Stadt kommt eine dezimierte Personaldecke, die nicht zuletzt durch die Wiederbesetzungssperre noch verschärft wird. Es reicht", meinte Ernstberger. Das Personal habe seiner Kenntnis nach mittlerweile den größten Spareffekt erzielt. Über 400 000 Euro seien durch Wiederbesetzungssperre, nicht vergebene Zulagen und verzögerte Beförderungen eingespart worden. "Leider gibt es noch immer kein Personalentwicklungskonzept und keinen Personalentwicklungsplan." Ein Dank ging an die CSU und ihren Antrag, der eine Mitarbeiterbefragung beinhaltet.

Miese Stimmung in Klinik

Bernhard Herzog vom Klinikum Nordoberpfalz erinnerte, dass nach den Betriebsratswahlen ein Betriebs-, ein Dienstplan- und ein Wirtschaftsausschuss gegründet wurden. Interessant sei das, weil man nun an Zahlen komme, die man zuvor nicht kannte. Aktuell jedoch sei die Stimmung beim Personal nicht gut, weil im kommenden Monat Gehalt einbehalten werde (2,1 Prozent vom Jahresgehalt). Die Ärzte - sie unterliegen nicht dem Haustarif - wurden aufgefordert, sich freiwillig zu beteiligen.

"Vermutlich wäre heuer alles ohne Mitarbeiterbeteiligung ausgegangen, aber die Tiefgaragensanierung wird einiges kosten. Hier wäre auch der Träger mit der Stadt und den beiden Landkreisen gefordert, die AG zu unterstützen." Der alte Haustarif läuft zum Jahresende aus, es wurden neue Verhandlungen aufgenommen.

Stellvertretender Kreisvorsitzender Harald Wolfrath gab einen kurzen Ausblick auf die Personalratswahlen im kommenden Jahr. Die Komba bemühe sich um eine Personenwahl. "Wir fürchten uns nicht."

Gut gemacht

CSU-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Pausch sagte in seinem Grußwort: "Wir wollen gemeinsam anpacken, so dass die Mitarbeiter zufrieden sind." Er dankte den Geehrten für ihr Engagement. Auch Karl Bärnklau (Grüne) war sich sicher, dass viele einen tollen Job machen. Sabine Zeidler (SPD) überbrachte die Grüße des Oberbürgermeisters.
Weitere Beiträge zu den Themen: Oktober 2015 (8435)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.