Ex-"Semi"-Chef feiert ohne viel Aufsehen
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Der langjährige Direktor des Augustinerseminars Pater Amandus Haas (92) feiert am Donnerstag den 65. Jahrestag seiner Priesterweihe.
Weiden/Würzburg. 38 Jahre wirkte er als Direktor des Augustinerseminars. Am Donnerstag, 13. August, feiert der mittlerweile 92-jährige Pater Amandus Haas im Würzburger Augustinerkloster sein 65-jähriges Priesterjubiläum. Auf seinen eigenen Wunsch geschieht dies "ohne viel Aufsehen".

1950 empfing der damals 27-Jährige in der Würzburger Augustinerkirche durch Handauflegung von Bischof Julius Döpfner die Priesterweihe. Fast nahtlos kam seine Versetzung nach Weiden als Erzieher an das Studienseminar. Schon drei Jahre danach wurde er zum Direktor des Internates mit über 300 Schülern ernannt. Diese verantwortungsvolle Aufgabe oblag ihm 38 Jahre. Noch heute danken dem Geistlichen Rat, dem Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande sowie der Bürgermedaille der Stadt Weiden in Silber, viele ehemalige Schüler für die Erziehung, die sie durch ihn im "Semi" erfahren haben und die er für ihr Leben geprägt hat.

Stellvertretend für viele seiner Mitschüler mag die Reminiszenz eines späteren Pädagogen stehen: "In den oberen Klassen kam zu den größeren Freiheiten allmählich auch die bessere Einsicht, dass wir im Seminar, auf dem Fundament christlicher Werte, deutliche Hilfen zur Orientierung, zur Identitätsfindung, zur Lebensbewältigung erfahren haben. [...] Wir Alt-Seminaristen danken von Herzen für das außerordentliche Engagement, die konsequent geleistete Erziehungsarbeit, die für alle erkennbar von einer ganz einfachen, doch sehr wirksamen pädagogischen Idee getragen war: Überzeugen durch Vorleben! Wir haben hier eine Prägung erfahren, die ein Leben lang hält! Zudem hat mancher von uns unter den Patres einen geistigen Mentor gefunden oder einen väterlichen Freund."

Pater Amandus war all die "Weidener Jahre" zudem in der Seelsorge an der Klosterkirche tätig: Beichtstuhl, Leiter des Kirchenchores, Organist, Prediger. Er machte Aushilfen in der näheren und weiteren Umgebung wie auch in der Weidener Justizvollzugsanstalt.

Das zunehmende Alter und das Nachlassen der Kräfte machten es nötig, dass Pater Amandus mit 83 Jahren im Dezember 2006 in die ordenseigene Pflegestation nach Würzburg übersiedeln musste. Dort wird er seither gepflegt und betreut. Dort wird er auch die Glück- und Segenswünsche zum seltenen 65-jährigen Priesterjubiläum entgegennehmen. Dass Pater Amandus es feiern darf, ist auch der Tatsache zu verdanken, dass er bereits mit zehn Jahren seinen Eltern gesagt hat, er wolle Augustinerpater werden.
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