Experte Wildenauer: Im Alter braucht es ist nicht mehr Schutz vor jedem Risiko - "Haftpflicht" ...
Verzichtbare Versicherungen

Seniorenbeauftragter Alfons Heidingsfelder (links) lotste den Versicherungsexperten und Stadtrat Reinhold Wildenauer zum Vortrag ins Maria-Seltmann-Haus. Bild: Bühner
(sbü) Senioren stehen meist nicht mehr im Berufsleben. Deswegen sollten sie genau überlegen, welche Risiken sie abdecken müssen. Es gibt Versicherungen, die sollten alle abgeschlossen haben, empfahl Experte Reinhold Wildenauer in seinem Vortrag im Maria-Seltmann-Haus. Vor allem die Haftpflichtversicherung. Sie greife auch bei Haftungsfällen aus dem selbstbewohnten Wohneigentum. Geprüft werden solle, ob damit auch grobe Fahrlässigkeit mit abgedeckt sei und ob eventuell ein Single-Tarif oder eine Selbstbeteiligung in Betracht komme.

Auch eine Hausratversicherung sei wichtig. Was sie abdecke, könne man sich am besten an folgendem Bild vorstellen: "Drehen Sie gedanklich Haus oder Wohnung um. Alles, was herausfällt, ist grundsätzliche Sache der Hausratsversicherung." Feuerschaden, Einbruch- und Diebstahl, Blitzschlag, Leitungswasser- und Sturmschäden würden erfasst. "Garage und Keller sollten zugesperrt sein", empfahl Wildenauer. Bei allen Versicherungsverträgen sollte man aber immer auch einen Blick in die Bedingungen werfen, denn da gebe es sehr viel Unterschiedliches. Dies gelte auch für die Frage, in welcher Höhe man abgesichert sei. Während beim Haftpflichtschaden nur der Zeitwert ersetzt werde, gelte für die Hausratversicherung der Wiederbeschaffungswert. Und für einige Gegenstände, zum Beispiel für das Keramik-Kochfeld, müssten Zusatzversicherungen abgeschlossen werden. Auch die Gebäudeversicherung hält Wildenauer für empfehlenswert.

Auch bei älteren Menschen sei eine Rechtsschutzversicherung meistens sinnvoll. Aus bestehenden Verträgen könne aber der Berufsrechtschutz herausgenommen werden. Die Unfallversicherung sollte im Falle der Invalidität eine "ausreichende Summe" vorsehen. Bei dieser und auch anderen Versicherungen gelte die Überlegung: "Absichern, was mich wirtschaftlich wirklich treffen kann."

Bei Sterbeversicherungen sei zu beachten, dass erst nach drei Jahren Leistungen bezahlt würden. Dennoch würden im vorzeitigen Todesfall die einbezahlten Beiträge zurückerstattet. Sterbeversicherungen könnten auch wegen der garantierten Verzinsung in Betracht kommen. Über eine Pflegezusatzversicherung nachzudenken, empfahl Wildenauer ebenso.
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