Fachtagung für mittelständische Unternehmen: Betriebe haben verschiedene Möglichkeiten, Kosten ...
Noch viel Potenzial beim Sparen

Dr. Monika Griefahn (rechts), ehemals Umweltministerin in Niedersachsen, moderierte die RKW-Informationsveranstaltung. Bild: sbü
(sbü) Ressourceneffizienz heißt das neue Zauberwort, mit dem Betriebe enorme Einsparungen erzielen können. Das RKW Bayern veranstaltete dazu eine Fachtagung für Mittelständler. Aber noch beschäftigen sich zu wenig Betriebe damit.

"Die Einsparpotenziale durch Materialkostensenkung, Produkt- und Prozessoptimierung und effizienten Ressourceneinsatz sind unvorstellbar groß", meint Josef Wissinger, Geschäftsführer des RKW Bayern (Rationalisierungs- und Innovationszentrum der Bayerischen Wirtschaft). Gemeinsam mit Unternehmern, Wissenschaftlern und Technologie-Experten zeigte das RKW in der Max-Reger-Halle Einsparpotenziale durch effizientere Produktionsprozesse und Materialeinsätze auf.

Hohe Summen sparen

Viele Konferenzteilnehmer fragten sich am Ende der Vorträge: "Warum habe ich das nicht schon lange alles gemacht?" Die Firma "Coburger Handtuch und Mattenservice" senkte nach eigenen Angaben durch moderne Verfahren ihren Wasserverbrauch von ehemals 24 Litern pro Kilogramm Wäsche auf zwei Liter. Stefan Seidel von "Puma SE" präsentierte ein Beispiel aus einem einzelnen Puma-Betrieb, der durch Umstellung auf LED-Beleuchtung mit einer einmaligen Investitionssumme von 50 000 Euro jährlich 34 000 Euro Energiekosten einsparte. Und in seinen ostasiatischen Betrieben hätte Puma nach der Schulung von 300 Mitarbeitern im Ressourcenmanagement innerhalb von eineinhalb Jahren 400 000 Dollar eingespart.

Noch größere Dimensionen erreichten die Beispiele von Konrad Müller vom RKW Sachsen. Ein Betrieb, der in einer automatischen Anlage Blechdosen aus Aluminium herstellt, spare nach einer organisatorischen Umstellung des Produktionsprozesses jährlich 602 000 Euro. Aus seiner Beratungstätigkeit weiß Müller, dass Unternehmer häufig denken: "Wir sind schon durchorganisiert". Diese Betriebsblindheit schaffe Informationsdefizite und verhindere eine effizientere Produktion. Ressourceneffizienz betreffe vor allem auch die Materialverwendung.

Noch nicht ausgeschöpft

"Durchschnittlich 45 Prozent der Gesamtkosten im verarbeitenden Gewerbe entfallen auf Materialkosten", sagt Wissinger. Und er zitiert die Deutsche Materialeffizienzagentur (demea), die im Durchschnitt pro Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes in Deutschland das jährliche Einsparpotenzial auf rund 200 000 Euro beziffert. Auch bei der Entwicklung komplett recyclingfähiger Produkte sei noch viel Innovationsbedarf vorhanden. Dies bestätigte Puma-Manager Seidel. Nach drei Jahren wurde die Produktion eines solchen Schuhes wieder eingestellt.

Zahlreiche Hilfestellungen für Betriebe wurden im Verlauf der Tagung angeboten. "Technokredit und Regionalkredit" heißen die Finanzierungshilfen der LfA. Mit den Bundesprogrammen "go-innovativ" und "go-effizient" können Beratertage finanziert werden - zum Beispiel für sogenannte Vertiefungsberatungen bis maximal 80 000 Euro. Das Angebot des RKW steht ebenso zur Verfügung, wie das der IHK und HWK.

Allerdings wurde in der Podiumsdiskussion der Tagung eine Ausdehnung dieses Angebots vor allem durch die Kammern angeregt und Fortbildungsveranstaltungen empfohlen. Nicht bei allen Kreditinstituten lägen ausreichend Informationen über diese Förderprogramme vor.

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.rkwbayern.de
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