Familiendrama in Schnaittenbach vor einem Jahr - Heute Prozessbeginn in Amberg
Weidener des Mordes angeklagt

Weiden/Amberg. (hou) Vor dem Schwurgericht beim Landgericht Amberg beginnt heute der Prozess gegen einen 47-Jährigen, der in dem Verdacht steht, in der Nacht zum 11. Februar letzten Jahres in Schnaittenbach seine Ehefrau (38) mit zahlreichen Messerstichen getötet zu haben. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann Mord vor. Der aus Weiden stammende Angeklagte wird von dem Weidener Anwalt Dr. Hans-Wolfgang Schnupfhagn verteidigt.

Nach Erkenntnissen der Ermittlungsbehörde hatte das Ehepaar schon seit längerer Zeit getrennt gelebt. Der Grund dafür: Die Frau wollte offenbar gewalttätige Übergriffe ihres Mannes nicht länger hinnehmen. In der Tatnacht kam dann der 47-Jährige zu einem Mehrfamilienhaus, in dem die 38-Jährige zusammen mit drei Kindern wohnte. Kurz nach 1 Uhr morgens vernahmen Nachbarn lauten Lärm, sie riefen daraufhin die Polizei. Als Beamte eintrafen, lag die 38-Jährige blutüberströmt in ihrer Wohnung.

Sie starb kurze Zeit später an den Stichverletzungen, die ihr beigebracht worden waren. Der mutmaßliche Täter saß vor dem Mehrparteien-Anwesen. Er hatte blutverschmierte Hände und ließ sich widerstandslos festnehmen.

Zu dem Prozess sind mehrere Dutzend Zeugen geladen, auch Sachverständige werden vom Schwurgericht gehört. Zunächst sind zwölf Verhandlungstage angesetzt. Das Urteil wird für Mitte April erwartet. Den Vorsitz führt die Landgerichtsvizepräsidentin Roswitha Stöber, die Anklage vertritt der Leitende Oberststaatsanwalt Harald Riedl.
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