Faschingskonzert mit Luis Denz und Stefan Schultes: "Ententanz" auf der Orgel
Heitere Klänge in der Kirche

Beschwingte Töne in St. Josef: Dafür sorgten Luis Denz und Stefan Schultes mit ihrem Fachingskonzert am Sonntag. Bild: Kunz
Weiden. (uz) Einer mit großen Ohren und rotem Hut. Ein anderer mit einer Schraube im Hals. Und dann tönt auch noch "Rucki zucki" aus den mächtigen Orgelpfeifen. "Beschwingt und heiter." Bei puristischen Kirchenmännern undenkbar. Aber Luis Denz und Stefan Schultes stehen zu Outfit und heiterer Musik am Faschingssonntag in der Josefskirche.

Und die Kirchengemeinde auch, zieht man Schlüsse aus der großen Resonanz. Es wurde sogar mit geklatscht. Schultes begann das etwas andere Orgelkonzert mit einem bunten Faschingsmedley. Teilweise klassisch harmonisiert, teilweise schwungvoll. Dabei kamen Schnittchen wie "So ein Tag, so wunderschön wie heute", "Ententanz" oder "Geh mer mal rüber zum Schmied seiner Frau".

Einsatz zum Lob Gottes

Apropos Schmied. Stadtpfarrer Markus Schmid führte zusammen mit Pastoralreferent Markus Brunner durchs Programm. "Musik und Tanz in der Kirche gehen ganz gut zusammen", erklärte der Geistliche. "Hände, Arme, Hüfte, Beine: Alles kann zum Einsatz kommen, um Gott zu loben." Als profunde Beispiele nannte er Personen aus der Bibel. So habe Miriam, die Schwester Mose, ausgiebig mit Tanz den Exodus gefeiert.

Denz interpretierte im Anschluss den Kirchen-Tango "Tango da Chiesa" von Andreas Willscher. Denz hatte das Stück gewählt, weil es neben dem Tango-Gefühl das gregorianische "Te Deum" beinhaltet. Dann widmete er sich den Variationen über "Summ, summ, summ, Bienchen summ herum" aus der Feder von Jürgen Borstelmann.

"Das spiele ich für die fleißigen Bienchen in der Kirche." Der musikalische Zyklus erzählte auch von müden Bienen und von der Bienenkönigin im Bienenschwarm. Weil er selber vom Sternzeichen Fisch sei, habe er ferner für Willschers "Aquarium" entschieden und Rochen, Seepferdchen und Schlammspringern mit seiner Orgel Stimmen verliehen.

Zuletzt ließ er Nachtigall singen, Tauben gurren und den Adler der Apokalypse aufsteigen. Wilscher, der Komponist, hatte sich in einer Kirche von den Geschichten des Heiligen Franziskus inspirieren lassen, der ja bekanntlich mit den Vögeln kommuniziert hat. Schultes intonierte den Walzer-Zyklus "Wiener Blut" von Johann Strauß Sohn und als "Rausschmeißer", wie er sagte, die "Tritsch-Tratsch-Polka".
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