Ferienbetreuung bleibt Thema

Für die Grünen und die CSU Rothenstadt ist das Thema Ferienbetreuung im Stadtteil noch nicht abgehakt. Sie machen sich dafür stark, dass die Stadt hier das Defizit von jährlich rund 5000 Euro übernimmt. Das Thema steht im Ausschuss für Jugendhilfe am Mittwoch erneut auf dem Tapet.

Weiden. (ps) Wenn es nach der Verwaltung geht, wird das Gremium dem Antrag der Grünen allerdings eine Absage erteilen. Als Begründung für dieses Nein führt die Verwaltung folgende Argumente ins Feld: Die bisher geplanten Ferienmaßnahmen - sie wurden kürzlich von den Gleichstellungsbeauftragten Monika Langner (Stadt Weiden), Barbara Mädl (Landkreis Neustadt/WN) und Margot Salfetter (Arbeitsagentur) vorgestellt (der NT berichtete) - würden den Bedarf voraussichtlich abdecken. Die Stadt müsse freiwillige Leistungen auf ein Mindestmaß reduzieren. Wenn die Stadt Trägern der freien Jugendhilfe die Übernahme eines Defizits zusichere, sei dies ein kreditähnliches Rechtsgeschäft und erfordere damit die Genehmigung der Regierung der Oberpfalz, argumentiert die Verwaltung weiter. Und: Im Zuge der Gleichbehandlung müssten derartige "Defizitvereinbarungen" dann auch anderen Trägern gewährt werden.

Bündnis 90/Die Grünen dagegen machen sich in einem Antrag an den Ausschuss für Jugendhilfe und soziale Fragen dafür stark, dass die Stadt die benötigten Mittel für die Ferienbetreuung in Rothenstadt zur Verfügung stellt. Dabei erhalten sie nun Schützenhilfe von der CSU Rothenstadt. Deren Vorsitzender Markus Bäumler erhebt in einer Pressemitteilung die gleiche Forderung und zählt eine ganze Reihe von Gründen auf, die seiner Ansicht nach für die finanzielle Unterstützung der Maßnahme sprechen.

"Unser Ortsverband will diese Aktion nicht aufgeben", betont Markus Bäumler. "In der Stadt wird so viel Geld für andere Dinge ausgegeben, und mit der Ferienbetreuung wäre vielen Familien geholfen." Immerhin würden in den elf Ferienwochen jeweils durchschnittlich 20 bis 25 Kinder betreut. "Angesichts der Summen, die wir für sonstige freiwillige Leistungen in Weiden aufbringen, scheint dieser Betrag doch eher marginal zu sein." Für das ehrenamtliche Team der evangelischen Pfarrgemeinde in Rothenstadt, das in den Vorjahren die Ferienbetreuung organisiert habe, sei der bürokratische Aufwand mittlerweile zu hoch. "Das evangelische Jugendwerk würde deshalb als Träger mit einsteigen", erklärt Bäumler. "Aber es benötigt eine Planungssicherheit von mindestens drei Jahren." Was bedeuten würde, dass die Stadt bis 2017 die Übernahme von insgesamt 15 000 Euro garantieren müsste.

Zugunsten des von Pfarrer Hans-Peter Pauckstadt-Künkler neu erarbeiteten Konzepts für die Ferienbetreuung in Rothenstadt machen sich die Grünen mit ihrem Antrag an den Jugendhilfeausschuss schon seit einiger Zeit stark. Das Thema steht am morgigen Mittwoch als letzter Punkt auf der Tagesordnung. Dabei bedauern die Grünen, dass die Ferienbetreuung in Rothenstadt im vergangenen Jahr nicht mehr in gewohnter Weise durchgeführt werden konnte. Gleichzeitig plädieren sie dafür, diese Maßnahme 2015 nach dem von Pfarrer Pauckstadt-Künkler erarbeiteten Konzept wieder einzuführen. Im Gegensatz zur CSU, die von jährlich 5000 Euro ausgeht, rechnen die Grünen mit einer Zuwendung von 5500 Euro - zumindest im ersten Jahr. Bei einer Laufzeit von drei Jahren sei allerdings eine Optimierung möglich, so dass eine Gesamtleistung von rund 12 000 Euro zu erwarten sei, erklärt Stadtrat Veit Wagner.

Wichtiger als Straßenerhalt

Dieser Betrag könne womöglich durch eine Haushaltsumschichtung leicht aufgebracht werden. Dank des relativ milden Winters dürften in diesem Sektor einige Mittel übrig geblieben seien, schätzen die Grünen. Außerdem, so argumentieren sie weiter: Die Ferienbetreuung von Kindern sei letztlich dringender als der Erhalt von Straßen.
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