"Fernsehen im Kopf"

Die Kinder der Kombiklasse 2/3 der Grundschule Waldthurn haben den Lesekoffer fest im Griff. Hinten, von rechts: Dr. Klaus Beckschulte, Alexandra Stangl und die Lehrerin Sabine Rudloff. Bild: Götz

1000 Grundschüler interessieren sich in kürzester Zeit für etwa 50 Bücher. Ein Lesekoffer macht es möglich. Die Buchhandlung, die ihn seit Jahren auf Reisen schickt, erhält dafür eine Urkunde.

"Warum glaubt ihr, ist Lesen wichtig?", fragt Dr. Klaus Beckschulte, bayerischer Geschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, die Kinder, die ihn umringen. "Lesen fördert die Sehkraft", ruft eines. Ein anderes meint: "Das ist wie Fernsehen im Kopf."

Die Buchhändlerin Alexandra Stangl organisiert seit neun Jahren die Aktion Lesekoffer für Grundschüler aus Weiden und Umgebung. Jetzt bekam die Buchhandlung "Stangl & Tauber" für diese gute Arbeit von Dr. Beckschulte eine Urkunde.

"Ich lese am liebsten Abends." "Ich lese wenn ich nicht mehr fernsehen will." Das verkündeten die Kinder und stellten Fragen: "Wie entsteht ein Buch?", "Wie lange hat die Buchhandlung offen?" Und besonders schwierig: "Warum waren denn die Kinder damals so schlecht in dem Pisa-Test?" All dies versuchten Stangl und Dr. Beckschulte zu beantworten. Danach ging es an den Koffer: 50 Bücher fanden die Kinder darin. Haben die Grundschüler sie gelesen, sollen sie ihre Lieblingsbücher auswählen und sie nach einiger Zeit der nächste Klasse vorstellen. So geht es dann über acht Monate lang immer weiter. Mehr als 1000 Grundschüler bekommen auf diese Art einen leichten Zugang zur Literatur. Was Dr. Beckschulte besonders daran gefällt: "Sich die Geschichten vorzustellen, das macht letztlich den Spaß daran aus", verrät er den Grundschülern der Kombiklasse 2/3 aus Waldthurn.
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