Festplatz: Noch 'ne Planer-Runde

Die Firmen rücken dem neuen Festplatz (hier ein Bauvorhaben aus dem Jahr 2013) auf die Pelle. Nun wird geprüft, ob Betriebsleiter und Hausmeister im Gewerbegebiet generell wohnen dürfen. Bild: Ascherl

Schritt für Schritt tastet sich die Stadt an das Ideal heran: Sie ist kurz davor, nun auch einen Bebauungsplan für den Festplatz aufzustellen. "Es sprechen mehr Argumente dafür als dagegen", schreibt die Verwaltung in ihrem Vorlagebericht zur heutigen Sitzung des Bauausschusses.

Die erste Forderung der Regierung ist endlich erfüllt: Der Flächennutzungsplan ist geändert und seit 26. August auch genehmigt Der Festplatz ist eingearbeitet. Heute schlägt Bau- und Planungsdezernent Hansjörg Bohm den Stadträten vor, eine "aktuelle schalltechnische Untersuchung zur Vorbereitung der planungsrechtlichen Sonderprüfung für die Erforderlichkeit eines Bebauungsplanes" in Auftrag zu geben. Diesen Bebauungsplan fordert die Regierung seit Langem.

Gewerbegebiet im Blick

Das Pro für einen Festplatz-Bebauungsplan resultiere freilich weniger aus der Nachbarschaft zum Wohnquartier am Merklsteig, sondern vielmehr aus den zu erwartenden Problemen zwischen (Groß-)Veranstaltungen auf dem Festplatz und dem benachbarten Gewerbegebiet, erklärt Bohm. Hierbei seien besonders Betriebsleiter- und Hausmeisterwohnungen zu betrachten, die derzeit nur ausnahmsweise erlaubt sind. Ob derlei Wechselwirkungen tatsächlich konfliktträchtig seien oder nicht, sei erst durch ein schalltechnisches Gutachten zu klären. Denn der mit der letzten Tektur der Baugenehmigung (vom 11. April 2014) angeordnete Einsatz der "Limiter" (selbstregelnde Schallbegrenzer) wurde auf seine Wirkung in das Gewerbegebiet hinein noch gar nicht erfasst, betont Bohm. Gesichert sei bisher lediglich, dass die Lärmwerte in Richtung Merklsteig eingehalten würden.

Feste Festhalle

Im Einvernehmen mit der "Festplatz Weiden GmbH" werde dabei auch eine neue Variante untersucht, bei der das Festzelt durch eine "ganzjährig nutzbare feste Festhalle mit hohem Schalldämmwert" ersetzt würde. Ziel eines Bebauungsplanes sei es stets, den Festplatz mit seinem Veranstaltungsbetrieb zu sichern, und nicht, ihn einzuschränken, unterstreicht Bohm. Ebenso klar sei, dass es sich bei Betriebsleiter- und Hausmeisterwohnungen ausschließlich um "Nutzungsergänzungen" handeln könne. "Ein Unterwandern des Gewerbegebietes ,Westlich Neustädter Straße' durch bloße Eigenheime zu billigem Grundstückspreis kann nicht geduldet werden", betont der Bau- und Planungsdezernent. Damit nimmt er Kritikern den Wind aus den Segeln, die gerade diese Fehlentwicklung befürchten.

Bisher rückten gewerbliche Bebauung und damit auch lärmsensible Betriebsleiter- bzw. Hausmeisterwohnungen nicht auf ein kritisches Maß an den Festplatz heran. "Es liegt auf der Hand, dass dies nicht ewig so bleibt." Die Wechselwirkungen zwischen Festplatzbetrieb und der Nutzung der Gewerbeflächen seien "auf Sicht" sicherlich zu behandeln, begründet Bohm seinen Wunsch nach einem Lärmgutachten. Er verweist auf die neue Freizeitlärm-Richtlinie vom 15. Mai 2015, die "spürbar liberalisiert" sei. Seltene Veranstaltungen wie etwa Frühlings- und Volksfest könnten entsprechend der Empfehlung nun sogar bis 24 Uhr dauern.
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