Finanzamtsleiter König will junge Kollegen mit neuem Ansatz in der Region halten
Heimarbeit für München

Die Stadt bildet aus, Bayerns Süden sagt danke und schnappt sich die Fachleute. Nicht nur in der Industrie läuft es oft genug so. Finanzamtschef Hubertus König kennt das Problem. "Wir haben zehn hervorragend qualifizierte, junge Leute. Aber wohl nur zwei oder drei können bleiben", bedauert er. Die anderen werden im Großraum München oder in Nürnberg gebraucht.

König weiß, dass dies die Betroffenen oft schmerzt. "Wenn ich deren Unterlagen anschaue, staune ich jedes Mal wie sehr sie sich hier im Sport oder im Ehrenamt einbringen", sagt der Coburger. Er würde seinen angehenden Steuersekretären und -inspektoren gern entgegenkommen und steht dazu mit den örtlichen Abgeordneten in Kontakt. Königs Vorschlag: Das Finanzamt München unterhält Außenstellen in Ingolstadt oder Rosenheim, die Steuererklärungen aus der Landeshauptstadt bearbeiten. "Das könnten die nach den ersten vier Monaten genauso gut in Weiden erledigen."

Dank des elektronischen Formulars "Elster" sie dies technisch ohne großen Aufwand möglich. "Ich halte das für sinnvoll, aber auch die Personalvertretungen sind sich uneins", weiß König um einige Hürden. Finanzämter in Oberbayern und Schwaben hätten große Schwierigkeiten, guten Nachwuchs zu finden. "Letztlich ist alles eine politische Entscheidung, aber vielleicht ist ja ein fränkischer Finanzminister für so einen Vorschlag aufgeschlossen." "Bei mir laufen Sie schon mal offene Türen ein", versichert OB Seggewiß. Er freute sich im Wirtschaftsbeirat auch darüber, wie der Oberfranke König so viel Verständnis für die Heimatverbundenheit der jungen Oberpfälzer begründete: "Ich kann nach vielen Stationen sagen, dass Weiden die angenehmste Dienststelle ist, an der ich bisher gearbeitet habe - nachdem erst einmal die Sprachbarriere überwunden war."

Nächstes Jahr darf König schon mal 25 neue Kollegen begrüßen, alle aus der Region. Sie kommen mit der zentralen Finanzkasse aus Waldsassen und Cham und schlagen ihr Domizil beim Kindergarten St. Michael in der Friedrich-Ebert-Straße auf.
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