Fliegender Wechsel

Alles korrekt: Otmar Neubauer trat aus der CSU aus und bei den Freien Wählern ein. Bei ihnen wirkt der ehemalige CSU-Ortsvorsitzende von Rothenstadt sogar im Vorstand mit. Begründen will der 59-Jährige den Wechsel jedoch nicht. Archivbild: Wilck

Otmar Neubauer gilt als Macher. Als einer, der die Richtung vorgibt und voranmarschiert. Zum Beispiel bei der CSU Rothenstadt und der Mittelstandsunion. Jetzt wechselt er die Fronten: direkt in den Vorstand der Freien Wähler.

Gleich zwei Mal lachte Otmar Neubauer in der vergangenen Woche aus der Zeitung. Zunächst als Vorstandsmitglied der CSU-Mittelstandsunion, welcher der Architekt aus Rothenstadt als Beisitzer angehört. Und tags darauf: Neubauer inmitten der Führungsriege der Freien Wähler. Der 59-Jährige ist jetzt einer von ihnen. Von der CSU zu den FW gewechselt - und prompt in die erste Reihe gewählt.

Neubauer war beileibe kein Nobody bei den Christsozialen. Vier Jahre - von 2009 bis 2013 - führte er den Ortsverband Rothenstadt. 2014 kandidierte er für den Stadtrat - auf Platz 28. Den Einzug ins Rathaus schaffte er nicht. Mit der Startposition im hinteren Drittel soll Neubauer unzufrieden gewesen sein. Ein Grund dafür, dass er der CSU schließlich den Rücken kehrte? Neubauer selbst will sich "dazu nicht weiter äußern", wie er dem NT knapp mitteilt.

Lieber erklärt er, weshalb er bei den Freien Wählern gelandet ist: "Dorthin hatte ich die meisten Beziehungen." Unter anderem zu stellvertretendem FW-Vorsitzenden Bernhard Schlicht, der einen ähnlichen Weg hinter sich hat - von der CSU zu den FW. Schlicht, vormaliger Chef der Mittelstandsunion, hat sich jedoch auch bei dieser Arbeitsgemeinschaft zurückgezogen. Neubauer will dort weiter mitmischen, wie er versichert. Möglich ist das durchaus: Ein Mitglied der Mittelstandsunion muss nicht zwingend Mitglied der CSU sein.

"Bedauerlicher Verlust"

Was hat den Architekten zum Wechsel bewogen? "An uns liegt's sicher nicht", sagt Markus Bäumler. Er hat den Vorsitz der CSU Rothenstadt 2013 von Neubauer übernommen. Letzterer machte zunächst noch als Stellvertreter weiter. "Ich habe überhaupt kein Problem mit ihm", versichert Bäumler. Insofern komme der Wechsel überraschend. "Da war nichts angekündigt." Und eine Begründung habe Otmar Neubauer den ehemaligen Parteifreunden auch im Nachhinein nicht genannt. Das bestätigt CSU-Kreisvorsitzender Stephan Gollwitzer, der ein Vier-Augen-Gespräch mit dem Scheidenden führte. Jetzt sagt Gollwitzer: "Das ist ein Verlust, den ich wirklich bedaure. Wir werden nicht vergessen, was er für uns geleistet hat. Für seinen weiteren Weg wünschen wir ihm alles erdenklich Gute."

Mit Ablauf des Jahres 2014 kündigte Neubauer seine CSU-Mitgliedschaft. Der Name Neubauer bleibt dennoch auch künftig mit der Partei verbunden: durch Tochter Karin. Sie führte ein Jahr lang die Junge Union Rothenstadt, bevor sie wegen ihres Studiums ins zweite Glied zurücktrat. Jüngst wurde Karin Neubauer zur stellvertretenden Kreisvorsitzenden der Jungen Union Weiden gewählt.

Und auch der Vater hat offenbar noch kommunalpolitische Karrierepläne. Möglicherweise eine erneute Stadtratskandidatur 2020 - dann eben für die Freien Wähler? "Schau mer mal, was kommt", meint er vielsagend. Mit seinen Stadtratsambitionen begründete Neubauer übrigens Anfang 2014, weshalb er nach zwölf Jahren seinen Vorsitz beim Bienenzuchtverein niedergelegt hatte. Für interne Querelen habe er keine Zeit, sagte er damals. Die Mitglieder hatten ihm "diktatorisches Verhalten" vorgeworfen.
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