Flüchtlinge als Chance sehen

Angesichts des demografischen Wandels seien die Asylbewerber eine große Chance für Deutschland, erklärte Bürgermeister Jens Meyer beim Biergartengespräch des SPD-Ortsvereins Lerchenfeld-Stockerhut. Bild: Kunz

Camp Pitman und Berufsschulturnhalle liegen im Sprengel. Klar, dass die Flüchtlingsfrage eines der großen Themen beim Biergartengespräch der SPD Lerchenfeld-Stockerhut war. Vorsitzender Ralf Moser beglückwünschte die Weidener zu ihrer vorbildlichen Willkommenskultur.

Weiden. (uz) "Sind wir stolz, dass diese Leute alles aufgeben, nur um zu uns zu kommen", unterstrich Bürgermeister Jens Meyer. "Das ist eine Chance, die wir nutzen müssen." Meyer: "Wenn wir sie hier integrieren können, so wie die vielen Flüchtlinge, die wir nach dem Krieg aufgenommen haben, die Weiden aufgebaut haben, die Deutschland aufgebaut haben, dann, denke ich, ist das ein Gewinn für uns alle."

Die Flüchtlinge seien unter anderem auch in Wohnungen der Städtischen Wohnungsbaugesellschaft, in der Johannisstraße und im Schlachthofgebäude untergebracht worden. Momentan lebten 160 Menschen im Camp Pitman. Ferner wohnten 60 unbegleitete Jugendliche und 55 dezentral untergebrachte Familien in Weiden. In der Turnhalle der Berufsschule seien aktuell 33. Die werde Notunterkunft bleiben und schon in den kommenden Tagen wieder auf 100 Personen aufgefüllt, weil die Max-Reger-Stadt zwei Busse erwarte.

Vor allem vor dem Hintergrund des demografischen Wandels erwartet Meyer eine "Riesenchance für Deutschland, im dem wir junge Menschen, die arbeiten und sich einbringen wollen, in Lohn und Arbeit bringen." Er bat die Bevölkerung, sich um die Flüchtlinge zu kümmern, mit ihnen spazieren zu gehen, ihnen die Stadt zu zeigen.

Ein weiterer Punkt war die neue Stadtgalerie. Oberbürgermeister Kurt Seggewiß werde Schulen, Vereinen und Verbänden gestatten, den Bauzaun kreativ mit Weidener Motiven zu gestalten. Ferner werde ein Wettbewerb ausgelobt, um den etwas nüchternen Arbeitstitel "Stadtgalerie" etwas appetitanregender zu gestalten. Meyer könnte sich etwa Waldnaab-Center, ähnlich dem Rotmain-Center in Bayreuth, vorstellen.

Natürlich werde es auch umfangreiche Verkehrslenkungsmaßnahmen mit Tempo-30-Zonen und Einbahnstraßen rund um die Stadtgalerie geben. Der Testlauf Sedanstraße sei auf 2016 verschoben worden, weil erst dann die Allee-Tiefgarage wieder zur Verfügung stehe. Gesperrt werde voraussichtlich ab Frühjahr der Bereich zwischen C & A und K& L Ruppert.

Das dritte Thema war die Weidener Schullandschaft. "Wir sind von der Regierung aufgefordert worden, uns unsere Schulen anzuschauen." Die Stadt solle sich von Räumlichkeiten und Gebäudeteilen trennen, die nicht mehr gebraucht würden. Der Antrag von Grünen-Stadträtin Gisela Helgath nach einem Schulentwicklungsplan gehe jetzt wahrscheinlich nach hinten los. Hier seien schlafende Hunde geweckt worden. "Das Ergebnis war vorhersehbar. Wir haben Platz für 2000 Schüler, brauchen aber nur Platz für 1350 Schüler." Es gibt also zu viele Plätze. "Aus Helgaths Schulentwicklungsplan wird jetzt ein Schulschließungsplan." Die CSU wolle anderthalb Standorte schließen, die Grünen keinen. "Ich persönlich auch nicht. Deshalb war ich von Anfang an gegen den Antrag."

Die Verwaltung habe alle Schulstandorte nach Auslastung inspiziert. "Derzeit ist alles offen. Vorschlag der Verwaltung wird sein: Den alten Trakt in Rothenstadt, der auch in den neuen integriert werden könnte, zu schließen und an das Baugebiet nebenan gewinnbringend zu vermarkten." Damit verbunden sei eine Umsprengelung. Für die Naabwiesen-Kinder sei es vielleicht sinnvoller, in die Clausnitzer- oder Gerhardingerschule zu gehen, als nach Rothenstadt zu fahren. Der Schulbeirat tagt am 10. September. (s. auch Seite 25)

Bahndurchstich ein Thema

Aus der Bürgerrunde kam die Frage, ob es richtig sei, dass die Bundeswehr die Kasernenstraße wieder in ihr Eigentum bringen wolle und ob ein Kreisverkehr hinterm Hotel Europa an der Anbindung zur Autobahnauffahrt geplant sei. Zur Kasernenstraße konnte Meyer keine Auskunft geben, ein Kreisverkehr an der Ortsausfahrt stehe auf der Prioritätenliste ganz hinten. Ein Bürger forderte Tempo-30-Zonen in allen Wohngebieten. Thematisiert wurden auch die Rekultivierung des Bahngeländes und der Bahndurchstich vom Lerchenfeld zum Bahnhof.
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