Flugplatz: Kostenschraube sitzt fest

Kinder fliegen nach wie vor auf Flugzeuge. Ansonsten kann die Hobby- und Vereinsfliegerei nicht mehr groß landen in Latsch: Die Zahlen der Flugbewegungen sind in diesem Bereich stark rückläufig. Archivbild: Hartl

Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein. Unten aber laufen die Kosten davon. Die Stadt muss beim Flugplatz Latsch sparen. Die Möglichkeiten dazu sind allerdings alles andere als grenzenlos.

Monatelang fahndete eine Arbeitsgruppe des Rathauses nach Möglichkeiten, verhandelte mit Nutzern wie Aero-Club und Luftrettung, rechnete hin und her, um das jährliche Defizit von rund 100.000 Euro zu drücken. Mit den Ergebnissen legt die Luftfahrt in Weiden nun sicher keine Bruchlandung hin: Nach einem Bericht der Verwaltung wird sich beim Verkehrslandeplatz nicht viel ändern können.

Auch die einschneidendste Maßnahme - die Herabstufung in einen Sonderlandeplatz - wäre nur schwer umzusetzen und kaum rentabel. Dieser Schritt würde zunächst bewirken, dass sich die Pflichtaufgabe der Stadt zur "freiwilligen Leistung" wandelt. Damit entfielen vorgeschriebene Öffnungszeiten und die Verpflichtung, einen städtischen Flugleiter (Kosten: 65.000 Euro pro Jahr) abzustellen. Problem dabei: Sechs Stellen und Ämter, darunter die Deutsche Flugsicherung, müssten zustimmen. Bereits abgewunken hat die DRF-Luftrettung, die zusätzliches Personal vorhalten und Mehrausgaben leisten müsste. Die Stadt befürchtet zudem sinkende Einnahmen aus den Fluggebühren im Falle der Umwidmung.

Luftamt gegen Winterpause

Angedacht war, die Betriebszeiten zumindest teilweise zu beschneiden. Konkret: Von November bis März soll der öffentliche Flugverkehr ruhen. Womit sich die Stadt Flugleiter-Lohn in Höhe von etwa 30.000 Euro sparen könnte. Eine Lösung, gegen die sich jedoch das Luftamt Nordbayern sperrt. Im Winter seien die Betriebszeiten schließlich ohnehin stark eingeschränkt, argumentiert die Behörde. Die Stadt verhandelt weiter wegen einer zumindest teilweisen Schließung im Dezember und Januar.

An der Gebührenschraube will das Rathaus nicht mehr drehen. Angesichts ohnehin stark rückläufiger Flugbewegungen vor allem bei Hobbyfliegern (siehe Info-Kasten) wäre das "kontraproduktiv", heißt es im Bericht. Ein Vergleich mit dem Verkehrslandeplatz Regensburg zeigt, dass die Weidener bereits wesentlich höhere Landegebühren verlangen - teilweise gar den doppelten Betrag. Würde der ebenfalls nicht eben niedrige Preis für Treibstoff weiter steigen, könnten die Flieger auf anderen Flugplätzen tanken, befürchtet die Verwaltung.

Ein Lieferantenwechsel beim Flugbenzin könnte dagegen Einsparungen von bis zu 15.000 Euro im Jahr bringen. Ebenso berichtet die Verwaltung von einem neuen Anbieter für Mäharbeiten, der diesen Ausgabenposten von bis zu 10 000 um 3000 bis 5000 Euro rasieren könnte. Weit weniger teurer als befürchtet fällt wohl die Sanierung der Flugplatz-Tankstelle aus. Statt der veranschlagten 440.000 Euro muss die Stadt wohl "nur" einen "mittleren fünfstelligen Betrag" ausgeben.

"Die Flugvereine haben ein sehr großes Interesse am Fortbestand des VLP Weiden", heißt es im Bericht. Die Stadt prüft, inwiefern sie sich stärker am Betrieb beteiligen können - zum Beispiel mit ehrenamtlichen Flugleitern. Große Einsparmöglichkeiten konnte zuletzt auch der Kommunale Prüfverband nicht feststellen beim Verkehrslandeplatz. Seine Folgerung: Zu erwägen sei die Einstellung des Betriebs. Den Verwaltungsbericht diskutieren am Dienstag, 16. Juni, die Mitglieder des Hauptverwaltungsausschusses. Die Sitzung beginnt um 14.30 Uhr im Neuen Rathaus.
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