Fördern für Vielfalt

Ideen für Projekte gegen Extremismus? In Weiden gibt es dank eines Bundesprogramms dafür Förderung. Einzelheiten stellten vor: (von links) Sozialdezernent Hermann Hubmann, städtische Koordinatorin Susanne Reinhardt, Öffentlichkeitsarbeit-Beauftragte Anastasia Poscharsky-Ziegler und Ruth Jachertz von "Arbeit und Leben". Bild: Götz

Weiter unter neuem Namen: Mit dem Bundesprogramm "Demokratie leben" gibt es auch künftig Förderung für Projekte in der Stadt, die sich für Toleranz einsetzen. Die Mittel insgesamt sind zwar weniger als bisher. Dafür hat nun auch die Jugend das Sagen - und das Geld.

Der Name ist anders, die Ansätze unterscheiden sich ebenfalls ein wenig, die Grundidee bleibt jedoch: In Weiden erhalten Projekte weiterhin Unterstützung, die sich vor allem gegen Rechtsextremismus, aber auch gegen andere Formen der Diskriminierung richten. Die Stadt wird die kommenden fünf Jahre am Bundesprogramm "Demokratie leben" teilnehmen. Es ist der Nachfolger von "Toleranz fördern - Kompetenz stärken", das von 2011 bis 2014 in der Stadt lief und zahlreiche Initiativen förderte, etwa die Anne-Frank-Ausstellung. Wer also weiter Ideen für Projekte hat, die eine tolerante Gesellschaft voranbringen, kann sich um finanzielle Mittel bewerben.

Einige Neuerungen

Der größte Unterschied bei "Demokratie leben" ist allerdings, dass künftig vor Ort weniger Geld zur Verfügung steht. Waren es zuvor noch 90 000 Euro pro Jahr, steuert das neue Programm nur noch 55 000 Euro bei. Auch die Stadt wird sich über den Projektzeitraum bis 2019 mit insgesamt 30 000 Euro beteiligen, erläutert Sozialdezernent Hermann Hubmann bei einem Pressegespräch.

Organisatorisch gibt es ebenfalls Neuerungen. Die Stadt beteiligt sich zwar weiter personell, indem Susanne Reinhardt vom Dezernat 3 die Federführung übernimmt. Die inhaltliche Arbeit ist nun aber an eine externe Stelle ausgelagert: an die gemeinnützige GmbH "Arbeit und Leben Bayern". Die Mitarbeiter dort helfen unter anderem bei Antragstellung, bei Vernetzung und Qualifizierung der Akteure oder bei der Auswertung der Projekte. Für die damit verbundenen Personal- und Sachausgaben gibt es bis zu 25 000 Euro jährlich. Weitere 5000 Euro sind für eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit vorgesehen.

Über die Verteilung der restlichen Mittel wird ein Begleitausschuss entscheiden. Ihm gehören neben zwei Stadträten Vertreter der Zivilgesellschaft an, etwa vom Bündnis "Weiden ist bunt" oder vom Verein "Neue Zeiten". Der Fördertopf unter ihrer Verantwortung ist mit mindestens 20 000 Euro pro Jahr gefüllt. Eine Besonderheit stellt daneben der zweite Ausschuss dar, ein Jugendforum. Dessen junge Mitglieder dürfen über weitere mindestens 5000 Euro jährlich verfügen, die vor allem in Projekte von und für Jugendliche fließen. Im laufenden Jahr hat der Stadtjugendring bei der Besetzung des Forums geholfen. Für 2016 soll es noch einmal selbstständig aufgestellt werden. Wer mitmacht, sei offen. Potenzielle Mitglieder könnten etwa Jugendliche sein, die in der Schülermitverantwortung engagiert sind, wie Ruth Jachertz von "Arbeit und Leben" erklärt.

Alle Projekte, die für eine Förderung infrage kommen, sollten sich dafür einsetzen, "dass Vielfalt, auch Zuwanderung positiv begriffen wird", erläutert Reinhardt. Daneben könne es um die Beteiligung von Jugendlichen oder die Unterstützung von bürgerschaftlichem Engagement gehen. Zu viele weitere Vorgaben zum Inhalt wollen die Verantwortlichen aber bewusst nicht machen. Genauso wenig zu den möglichen Veranstaltern, die von Vereinen bis hin zu Privatpersonen reichen können. Wichtig sei nur, dass - mit Ausnahme von Projekten für Flüchtlinge - nachhaltig gearbeitet werde. Sprich: Es sollen nicht mehr nur einzelne Veranstaltungen, etwa einmalige Feste, gefördert werden. Sondern Projekte, die sich über längere Zeit hin mit einem Thema befassen. Und Vorhaben, bei denen die Träger sich Gedanken gemacht haben, ob es nach dem Ende der Förderung nicht auch weitergehen könnte.

Infotag am 20. Juli

Einzelheiten werden die Verantwortlichen bei einer Auftaktkonferenz am Montag, 20. Juli, ab 16 Uhr im großen Sitzungssaal des Neuen Rathauses vorstellen. Geladen sind alle, die sich vorstellen können, ein Projekt zu schultern. Der diesjährige Antragsschluss ist der 25. September. Geförderte Projekte müssen bis zum 31. Dezember über die Bühne gegangen sein. Weitere Infos und Formulare gibt es im Internet. (Hintergrund)

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.weiden-ist-tolerant.de
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