Förderverein klopft an

Heimatring-Vize Norbert Uschald bedankte sich bei Dr. Sebastian Schott für den Vortrag über Weiden-Ost. Bild: hcz

Blick zurück, Blick nach vorne: Um beides ging es bei der Monatsversammlung des Heimatrings. Denn die Besucher erfuhren nicht nur einiges über den Stadtteil Weiden-Ost, sondern auch, dass der Dachverband bald Zuwachs bekommen könnte.

Es wird um die Ehrung verdienter Mitglieder gehen. Und um die Aufnahme eines neuen Vereins. Beide Punkte stehen auf dem Programm der Jahreshauptversammlung des Heimatrings am Dienstag, 10. November. Dazu lud Stellvertretender Vorsitzender Norbert Uschald bei der Monatsversammlung im "Almrausch"-Vereinsheim schon mal ein. Dann wird es neben Auszeichnungen auch die Abstimmung über die Aufnahme des "Fördervereins St. Sebastian" in den Kreis der 72 brauchtums- und kulturpflegenden Weidener Vereine geben.

Der Vorsitzende des Fördervereins, der langjährige Kreishandwerksmeister Karl Arnold, stellte den Zusammenschluss in der Monatsversammlung den Delegierten des Dachverbands vor. Auch "Handwerkerkirche" werde die älteste katholische Kirche Weidens genannt, sagte Arnold. Nun sei sie dringend sanierungsbedürftig, besonders die Anforderungen des Denkmalsschutzes würden teuer werden. Im April habe sich deshalb der Förderverein gegründet, der schon 135 Mitglieder zähle.

Künstlerische Spuren

Werner Wilzeck berichtete über die Geschichte der vor über 500 Jahren erbauten Kirche. 1691, nach einem Blitzschlag in echtem nordoberpfälzer Barockstil wieder aufgebaut, trage sie die Spuren zahlreicher heimischer Künstler wie beispielsweise Wilhelm Vierling, Günther Mauermann und zu guter Letzt Johann Hagn, der die Zunftstangen gefertigt hat. St. Sebastian sei also "ein Teil des kulturellen Gedächtnisses Weidens".

Dr. Sebastian Schott vom Stadtarchiv referierte anschließend über die Geschichte des Stadtteils Weiden-Ost. Er erläuterte die Entwicklung des Gebiets, das heute durch die 1938 erbaute "Ostmarkstraße" in "Weiden Ost I" und "Weiden Ost II" getrennt ist. Eine Karte aus dem Jahr 1935, die Schott präsentierte, zeigte den Weidener Osten als spärlich bebauten Landstrich mit interessanten Flurbezeichnungen wie zum Beispiel "Egelsee" - das Gebiet, auf dem ab 1902 der erste Frühlings- und Volksfestplatz war. Bis 1971, dann wurde er (bis 2013) von dem aufgefüllten Schuttplatz Ecke Hetzenrichter Weg/Leuchtenberger Straße abgelöst. Schott ging auch auf die zahlreichen Flurdenkmäler, die alten Felsenkeller am "Heindlkeller" und an der "Muglhofer Straße" (heute: Leuchtenberger Straße) sowie die jetzt in Weiden Ost befindlichen Bildungseinrichtungen ein. 1967 bis 1970 sei das Kepler-Gymnasium erbaut worden, 1982 sei die Clausnitzerschule von der Sedan- in die Stresemannstraße verlegt worden. Mit dem Bau der Hochschule und der Eröffnung der neuen FOS/BOS besitze der Stadtteil nun ein herausragendes Angebot an Bildungseinrichtungen.

Gemeinsamer Volkstanz

Am Volkstrauertag, 15. November, sollten alle Heimatringvereine an der Gedenkveranstaltung in der Konrad-Adenauer-Anlage teilnehmen, forderte Uschald auf. Der Gedenkzug startet um 10.40 Uhr am Neuen Rathaus. Stadtheimatpfleger Günter Alois Stadler lud zum gemeinsamen Volkstanz am Dienstag, 20. Oktober, um 19.30 Uhr in die Gaststätte "Anpfiff". Außerdem wies Stadler auf eine Ausstellung des Arbeitskreises Kunst im Oberpfalzverein hin. Sie trägt den Titel "Einfach Kunst" und eröffnet am Samstag, 31. Oktober, um 10 Uhr im Kulturzentrum Hans Bauer.
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