Forderung nach Klimaschutzmanager für die Stadt Amberg

Bei der Mitgliederversammlung des Solarenergie-Fördervereins erinnerte der Vorsitzende Hans-Jürgen Frey an die Haushaltsrede des CSU-Fraktionsvorsitzenden Dieter Mußemann, der kühne und zukunftsfähige Konzepte für Amberg gefordert habe. Dieser Trend sei erfreulich, so Frey, dürfe aber nicht nur für Handel, Wirtschaft und städtebauliche Entwicklung gelten, sondern auch grundsätzlich für den Klimaschutz.

Bereits 2012 habe Amberg ein integriertes Klimaschutzkonzept beschlossen und dem weiteren Ausbau der Solarenergie eine bedeutende Rolle zuerkannt. Für die Umsetzung fordere der Förderverein einen bei der Stadt Amberg angestellten, qualifizierten und kompetenten Klimaschutz-Manager, der für die Umsetzung der Handlungsempfehlungen sorgt, außerdem Verwaltung und Stadtwerke bei dieser Aufgabe entlaste. Nur wenn jeder Solarenergie nutze, könne die Energiewende auch erfolgreich gemeistert werden.

Dabei werde nicht nur die Umwelt geschont, sondern auch der Geldbeutel eines jeden. Einen Klimaschutz-Manager leistet sich die Stadt Sulzbach-Rosenberg mit Vincent Clarke, einem Diplom-Ingenieur der Energie- und Umweltsystemtechnik. Clarke ist außerdem TÜV-geprüfter Fachberater für Photovoltaikanlagen. Der Aufwand der Kommune für ihn sei kostengünstig, denn der Bund übernehme 85 Prozent seiner Vergütung, sagte Clarke.

Klima sei die Statistik des Wetters und nur wenn sich diese Statistik nachhaltig verändere, könne man vom Klimawandel sprechen. Ursachen eines Klimawandels seien CO2, Methan oder fluorierte Kohlenwasserstoffe, die zur Erderwärmung führen, mit weiteren Folgen, deren Bekämpfung bis zum Jahr 2100 auf 3000 Milliarden Euro geschätzt wird.

Auseinandersetzungen und Kriege um Wasser und Lebensraum schloss Vincent Clarke nicht aus. Voranbringen müssten den Klimaschutz die einzelnen Regierungen mit internationaler Zusammenarbeit. Bereits vor Ort müssten Menschen für ein Klimaschutzkonzept sensibilisiert werden. Der Energieverbrauch für Verkehr, Haushalte und Kleingewerbe, Industrie und Großgewerbe, aber auch der städtischen Liegenschaften müsse erfasst werden. Zudem gelte es, Maßnahmen zu erarbeiten, um den Verbrauch zu senken.

Der Klimaschutz-Manager berät beim Aufbau von Bürgergenossenschaften, initiiert Nahwärmenetze und Aktionen, um Eigenverbrauch von PV-Strom anzukurbeln. Bestes Beispiel, so Vincent Clarke, war die AOVE-Aktion, mit der heuer Wärmepumpen bei Heizungsanlagen ausgetauscht wurden. Die gut 600 neu eingebauten Pumpen sparen im Jahr so viel Strom ein, dass damit 30 Einfamilienhäuser mit Strom versorgt werden können.

In Planung sei eine Aktion "PV-Eigenverbrauchs-Initiative", mit der im Landkreis Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von fünf MWp installiert werden, die Strom für den Eigenverbrauch produzieren. Den Klimaschutz könnten wir nur meistern, sagte Vincent Clarke, wenn wir den Kopf nicht in den Sand stecken, sondern unsere Lebensgewohnheiten überdenken. (gfr)
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