Frauen eine Stimme gegeben

Großen Applaus für die Aufarbeitung der Monologe "Wenn du doch geredet hättest" erhielten die vielen Schauspieler der Oberstufentheatergruppe am Keplergymnasium. Bilder: Dobmeier (2)

Es sind viele Reden berühmter Männer bekannt. Hatten Frauen nichts zu sagen? Oder fehlte einfach die Überlieferung? Die Autorin Christine Brückner lässt dieses Ungleichgewicht nicht auf sich beruhen.

Weiden. (rdo) An diesen literarischen Ausflug in die europäische Geschichte seit der griechischen Antike wagte sich die Theatergruppe der Oberstufe des Kepler-Gymnasiums. "Ungehaltene Reden ungehaltener Frauen" aus dem Jahr 1983 ist eine originelle und geistreiche Sammlung von Monologen, die Christine Brückner 14 aus Literatur oder Geschichte bekannten Frauen in den Mund legte. Fünf der Reden suchte sich die Theatergruppe aus: Texte voll furioser Kraft und moralischer Stärke.

Die fiktiven Dialoge beleuchten das Verhältnis von Mann und Frau. Die Keplerianer wählten: "Wenn du geredet hättest, Desdemona. Die letzte Viertelstunde im Schlafgemach des Feldherrn Othello", "Du irrst, Lysistrate! Die Rede der Hetäre Megara an Lysistrate und die Frauen von Athen", "Die Rede der pesterkrankten Donna Laura an den entflohenen Petrarca" und "Die Banalität des Bösen. Rede der Eva Hitler im Führerbunker". In "Die Reise nach Utrecht eines Ungeborenen" sprach eine Mutter, die ihr Kind abtreiben ließ, dargestellt als Schattenspiel.

Schulleiterin Sigrid Bloch lobte das Theaterteam aus 30 Akteuren für ihr Engagemen. Sie dankte den Lehrern Johann Schärtl und Jochen Runkel. Die kurzfristig arrangierte Mädchenband aus Schülerinnen spielte etwas provokante Lieder wie "Männer sind Schweine" und "Für Frauen ist das kein Problem".
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