Freistellung für Flüchtlingshilfe

OTH-Präsidentin Professor Dr. Andrea Klug (stehend am Rednerpult) und IHK-Präsident Gerhard Witzany (vordere Reihe Dritter von links) begrüßten Unternehmer und Wissenschaftler zur Veranstaltung "Unternehmen Verantwortung - Verantwortung Unternehmen" an der OTH in Weiden. Bild: sbü

Wenn IHK und OTH Unternehmer zu einer Informationsveranstaltung einladen, dürfen die Erwartungen durchaus hoch sein. Auch jetzt, als sie das Thema Nachhaltigkeit und Verantwortung in der Unternehmensführung beleuchteten. Die wichtigste Botschaft: An diesem Thema kommt kein Unternehmen mehr vorbei, will es auch in Zukunft Erfolg haben.

(sbü) Um das Thema "nachhaltige und verantwortungsvolle Unternehmensführung" zu veranschaulichen, präsentierten die IHK Regensburg und die OTH Amberg/Weiden zunächst zwei konkrete Beispiele. Susanne Horn, Geschäftsführerin der Neumarkter Lammsbräu, berichtete, dass ihr Unternehmen auf das Thema Ökologie umgestellt sei. Lammsbräu produziere ausschließlich Biogetränke.

Die Ökologie präge den gesamten Unternehmensablauf und stehe gleichrangig neben Ökonomie und dem sozialen und kulturellen Engagement. "Wir würden nie einen Energiedrink herstellen" , betonte sie. Die Nachhaltigkeitsziele müsse sehr tief in der Unternehmensstruktur verankert sein. In allen Prozess-Stufen würden sie gemessen und nachgewiesen. Auch wenn sich Lammsbräu mit seinen 117 Mitarbeitern zu den kleineren Getränkeherstellern in Deutschland zählt, setzt sich der Betrieb für bundesweite Standards ein. "Wir kämpfen, dass jedes Unternehmen, das Bioprodukte herstellt, das Umweltzertifikat hat." In diesem Jahr erscheine schon der 24. Nachhaltigkeitsbericht ihres Unternehmens, sagte Horn.

Ähnlich wie Lammsbräu hat sich der Getränkeanlagen-Hersteller Krones mit Hauptsitz in Neutraubling der Nachhaltigkeit verschrieben. Nico Irrgang ist dort Koordinator für den Bereich "CSR (Corporate Social Responsibility)". Neben der Ökonomie stütze sich das Unternehmen auf drei weitere Hauptsäulen: Ökologie, Mitarbeiterorientierung, gesellschaftliches Engagement. Dafür gebe es bei Krones eine eigene Unternehmensstruktur. Ansatzpunkte für CSR-Maßnahmen eines Betriebes könnten zum Beispiel in TÜV-Zertifizierungen, im Personal-und Gesundheitsmanagement, im Bereich Arbeitssicherheit oder auch in Freistellungen für Flüchtlingshilfe liegen. "Unser CSR-Komitee mit internen und externen Mitgliedern empfiehlt, berät und prüft", berichtete Irrgang. Kundenbindung und Attraktivität für Mitarbeiter stünden als Mehrwert im Vordergrund.

"Inneres Bedürfnis"

Generell über das Thema Nachhaltigkeit sprachen die anderen Referenten des Nachmittags. "Unser Institut für Ethik und Nachhaltigkeit zählt zu den profilgebenden Merkmalen der Hochschule" sagte Hochschulpräsidentin Professor Dr. Andrea Klug. Nach Meinung von IHK-Präsident Gerhard Witzany ist für die meisten Mittelständler "nachhaltiges und verantwortliches Handeln ein inneres Bedürfnis" . Sie garantiere einen besseren Zugang zu Kunden, Fachkräften und Geschäftspartnern.

Korruptionsbekämpfung

Dr. Bernhard Bleyer, Leiter des Nachhaltigkeitsinstituts der OTH, informierte darüber, dass bis 2017 eine EU-Richtlinie zur Nachhaltigkeit in nationales Recht umgesetzt werden müsse. Unternehmen mit 500 Mitarbeitern und mehr müssen in ihren Rechenschaftsberichten unter anderem über Umwelt-, Sozial-, Korruptionsbekämpfung und Menschenrechte berichten.
Weitere Beiträge zu den Themen: Oktober 2015 (8435)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.