Früh übt sich - auch im Studium

Studieren und gleichzeitig zur Schule gehen. Dass das klappt, bewiesen im vergangenen Semester acht Schüler des Augustinus-Gymnasiums. Sie erhielten ihre Scheine für die Studiengänge Physik und Informatik. Bild: Huber

Zur Schule gehen und gleichzeitig studieren? Für viele unvorstellbar. Aber genau das haben im vergangenen Semester acht Schüler des Augustinus-Gymnasiums getan. Mit Erfolg.

Nun wurden die Mühen der acht für das sogenannte Frühstudium an der Universität Bayreuth belohnt: Sie erhielten ihre Scheine in den Studiengängen Physik und Informatik bei einer Feierstunde im Augustinus-Gymnasium.

Schulen sollen sich öffnen und Partnerschaften aufbauen, betonte Schulleiter Helmut Matejka dabei. Seine Schule geht dabei mit gutem Beispiel voran. In Kooperation mit der Uni Bayreuth bietet das Gymnasium seit 2008 Schülern die Möglichkeit eines Frühstudiums. Acht Jugendliche nutzten diese Chance im vergangenen Semester.

Ein Frühstudium bedeute nicht nur, in die Universität hineinzuschnuppern, sondern setze Bausteine für das spätere Studium. So beschrieb Paul Lippert, Ministerialbeauftragter der Gymnasien in der Oberpfalz, die Kooperation des "Augustinus" mit der Universität. Dabei spiele bei den Schülern vor allem Durchhaltevermögen, Begabung und Freude am Lernen eine wichtige Rolle.

Professor Dr. Walter Zimmermann, Lehrstuhlinhaber der Theoretischen Physik in Bayreuth, sprach Augustinus-Physiklehrer Klaus Märker seinen besonderen Dank aus. Märker trage durch sein Engagement und die Betreuung der Schüler einen wichtigen Teil zur Kooperation zwischen dem Gymnasium und der Universität bei. "Probier mal, mach mal" - so beschrieb Zimmermann den Tatendrang des Physiklehrers gegenüber seinen Schülern. Stadtrat Roland Richter verglich die Bildungsarbeit mit der Arbeit im Bergbau. "Sie ist mühsam, und man muss tief graben, aber sie fördert oft große Schätze zutage", betonte er. Die Schule sei dabei wie eine Veredelungsindustrie. Denn: "Beide arbeiten Diamanten heraus."

Acht Schüler des Augustinus-Gymnasiums stellten sich im vergangenen Jahr der Herausforderung Frühstudium: Im Bereich Physik erhielten Jonas Landgraf, Felix Sommer und Fabian Zahn ihren Schein. Im Studiengang Informatik waren es Maximilian Schultz, Josef Rothballer, Jonas Enders, Tabea Kett und Simon Regn. Besonders hervorgehoben wurde außerdem die Leistung der Schüler Roman Spies, Felix Sommer, Fabian Eller und Jonas Landgraf. Alle vier durften beim Physikwettbewerb German Young Physicists' Tournament für ihre Region antreten. Weiden sicherte sich dabei den ersten sowie den dritten Platz und heimste 66 Prozent der Preise für ganz Deutschland ein, rechnete Zimmermann vor.

Landgraf nach Thailand

Doch damit nicht genug. Die Elftklässler Eller und Landgraf haben es in die Nationalmannschaften der Physikwettbewerbe AYPT (Austrian Young Physicists' Tournament) und IYPT (International Young Physicists' Tournament) geschafft. Weiden sei dadurch bereits mit einer "Hochburg junger Physiker" vergleichbar, betonte Lippert.
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