Für die Tagesbetreuung von Asylbewerber-Kindern
Auch ohne "Muss": Geld fließt weiter

Integration statt Isolation - dieses Ziel will der Jugendhilfeausschuss in Weiden auch weiterhin fördern: durch die Kostenübernahme für Kinder von Asylbewerbern, die Kindertagesstätten oder Krippen besuchen. Das diene der Sprachförderung und stärke das Gemeinschaftsgefühl, machte sich Bürgermeister Jens Meyer für diese Entscheidung stark. Bild: dpa
Weiden. (ps) Wenn Kinder von Asylbewerbern Kindergärten besuchen, übernimmt die Stadt die Kosten. Und das soll auch so bleiben. Dafür machte sich nicht zuletzt Bürgermeister Jens Meyer als Sitzungsleiter im Jugendhilfeausschuss stark. Er überzeugte das Gremium sogar davon, dass die Sprachförderung bereits vor dem Kindergartenalter beginnt, und dass deshalb auch der Krippenbesuch finanziert werden soll. Denn - so seine Erfahrung: "Mein dreijähriger Sohn spricht bereits fließend und ist jetzt erst in den Kindergarten gekommen."

Schmunzelnd verwies er darauf, dass Bayern laut Ministerpräsident Seehofer zu einem "Musterland der Integration" werden solle. Es sei also durchaus denkbar, dass da in Zukunft auch Geld vom Freistaat fließe. Anlass für die Diskussion: "Wir würden gerne jedem Kind von Asylbewerbern ermöglichen, das Recht auf Erziehung wahrzunehmen", erklärte Jugendamtsleiterin Bärbel Otto. "Aber die Plätze in den Kindergärten werden knapp und wir können nichts planen, weil wir nicht wissen, wie viele Flüchtlinge mit Kindern noch kommen." Einen rechtlichen Anspruch auf die Leistungen hätten nur Asylbewerber mit dem Status der Duldung. In allen anderen Fällen handle es sich um eine freiwillige Leistung der Stadt.

Tatsächlich in Anspruch genommen wird diese Leistung derzeit nur für sieben Kinder ab drei Jahren. "Es wird auch in Zukunft nicht sehr viele betreffen", meinte Pfarrer Hans-Peter Pauckstadt-Künkler, der für den Arbeitskreis Asyl das Wort ergriff. "Aber diejenigen, die es brauchen, sollten diese Chance auch kriegen."
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