Für Feuerwehr und Rettungsdienst: Norbert Neugirg bewirbt Notruf 112
Galionsfigur für den Notfall

Die Idee kommt von Jürgen Meyer (stehend, 3. von links) von der Leitstelle, die Visage von Norbert Neugirg (sitzend, 2. von links): Herausgekommen ist eine Kampagne für die 112, vorgestellt von Vertretern von Rettungsorganisationen und Landrat Andreas Meier (sitzend, 3. von links). Bild: wsb
Rußgeschwärzt, zahnluckert und beängstigend dürr: In seiner Paraderolle sieht Norbert Neugirg eh schon aus wie der wandelnde Notfall. Es folgt also einer zwingenden Logik, wenn der Kommandant der "Altneihauser Feierwehrkapell'n" nun auch als Galionsfigur für den Notruf 112 auftritt. Mit seinem Konterfei bewerben Rettungsorganisationen in der Nordoberpfalz die Mehrfachfunktion der Nummer. Oder, wie Neugirg bei der Vorstellung der Kampagne am Dienstag selbst sagt: "Ich darf meine Visage hinhalten."

Das tut er für ein lebenswichtiges Thema. Zwar ist die 112 schon seit Inbetriebnahme der Integrierten Leitstelle (ILS) Nordoberpfalz vor drei Jahren nicht mehr nur die Nummer zur Alarmierung der Feuerwehr, sondern auch des Rettungsdienstes und Notarztes sowie von Krankentransport und Katastrophenschutz. Das weiß aber nach Erfahrungen der ILS ein erstaunlich hoher Anteil der Menschen immer noch nicht. Geschätzt ein Drittel versuche, den Rettungsdienst noch immer über die alte 19222 zu erreichen. Dabei gibt es unter der Nummer vielerorts nur noch Ansagen vom Band, bald soll der Anschluss ganz verschwinden.

Die alte Nummer vergessen, die neue für Feuerwehr, Notarzt und Rettungsdienst merken und abspeichern: Das ist Ziel der Kampagne, hinter der die ILS, der Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung, das Rote Kreuz und die DRF Luftrettung samt einiger Sponsoren stehen. Die Kampagne läuft in regionalen Medien, außerdem sind vorerst 180 000 Flyer gedruckt, die in Arztpraxen und Apotheken ausliegen werden. Neugirg steuert dazu neben seinem Gesicht auch einen Reim bei: "Unfall, Brand, Schmerz, Kummer? Im Notfall gibt's nur eine Nummer!" Harte Arbeit. "Dafür hab' ich drei Wochen gebraucht."

Mit Humor soll also die 112 ins Hirn. Wie schnell daraus ein todernstes Thema werden kann, erläutert Ärztin Dr. Gudrun Graf an einem Beispiel, das sie selbst erleben musste: Ein medizinischer Notfall. Keiner wusste, welche Nummer jetzt zu wählen war. Blättern im Telefonbuch, dann Anruf bei der Polizei statt beim Rettungsdienst. Wertvolle Minuten vergingen. Am Ende starb der Patient.
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