Fußgänger oben, Autos unten

Für fast vier Wochen im April tuckerten nur Baumaschinen zwischen Dännereck und Issy-les-Moulineaux-Platz. Über die Erfahrungen mit der Komplettsperrung berichtet die Verwaltung morgen im Rathaus. Kann ein "Tunnel" am Issy-Platz die Verkehrsprobleme in der Innenstadt lösen? Bild: Götz

Ein reizvoller Gedanke: Eine durchgehende Fußgängerzone am Issy-les-Moulineaux-Platz, die auch den Autos nicht in die Quere kommt. Unmöglich? Nicht mit einem "Innenstadttunnel". Die Stadtverwaltung hat diese Lösung geprüft. Ihre Erkenntnisse sind zwiespältig.

Vor allem CSU-Stadträte brachten diese "teuren baulichen Maßnahmen" (Fraktionschef Wolfgang Pausch) ins Spiel, um an der Schnittstelle ein störungsfreies Miteinander von Passanten und Kraftfahrzeugen zu erreichen. Den Tunnel - die Verwaltung spricht lieber von einer "Unterquerung" - hatte Parteimitglied, Bauingenieur Hans Schindler angeregt. Den Vorlagebericht dazu diskutieren Hauptverwaltungs- und Bauausschuss in einer gemeinsamen Sitzung am Mittwoch (14 Uhr, Neues Rathaus).

"Zweifellos kann mit dieser Lösung der reguläre KFZ-Verkehr auf der ,Innenstadtspange' aufrecht erhalten werden und zugleich der Issy-les-Moulineaux-Platz Fußgängerzonencharakter annehmen", stellen die Rathausexperten fest. Doch der Tunnel habe auch Nachteile. Die Rampen-Neigungen auf der Sedanstraße bewegten sich am Rande des Zulässigen, problematisch vor allem auch für den Winterdienst. Wegen des Anfahrens an der steilen Rampe seien "aufheulende Motoren" und "beträchtliche Abgasemissionen" zu befürchten. Folge: "Dieser Knotenpunkt wird für Fußgänger und Radfahrer eher noch unattraktiver." Nicht zuletzt sprächen in Kosten "in mindestens hoher einstelliger, wahrscheinlich sogar zweistelliger Millionenhöhe" gegen den Tunnel. Gar einen Betrag in "mittleren zweistelligen Millionen-Dimensionen" würde die große Lösung - ein Tunnel vom Adolf-Kolping- bis hinter den Issy-Platz - verschlingen. Unerschwinglich.

Fazit zur Komplettsperrung

In der morgigen Sitzung berichtet die Verwaltung ausführlich über die Erfahrungen mit der fast vierwöchigen Komplettsperrung am Dänner eck. Größere beziehungsweise unzumutbare Störungen im Verkehrsfluss seien laut Stadtbusbetreiber, Polizei und Verwaltung ausgeblieben. Längere Wartezeiten habe es nachmittags lediglich an der Einmündung Weigel-/Bahnhofstraße gegeben. "Die Erreichbarkeit des Winkler-Parkplatzes entwickelte sich zu einem Reizthema", heißt es weiter. Eine gezielte Ausschilderung hätte jedoch mehr Verkehr in den Bereich gelenkt und "dem Grundsatz der weiträumigen Umfahrung widersprochen". Überhaupt: Kritik an einer "suboptimalen Verkehrsführung" weist die Verwaltung entschieden zurück. Auch die Parksituation sei nicht problematisch gewesen. Die städtischen Parkdecks seien "nur wenig stärker belegt gewesen als sonst".

Dennoch empfiehlt die Stadtverwaltung, den Testlauf zur durchgehenden Fußgängerzone um ein Jahr zu verschieben. In den Sommerferien 2016 gäbe es verlässlichere Ergebnisse. Dann sei die Allee-Tiefgarage wieder in Betrieb.
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