Fußgänger sollen es am Issy-Platz einfacher haben - Niedrigere Parkgebühren abgelehnt
Öfter mal grünes Männchen

Die Sedanstraße trennt die Fußgängerzone. Passanten sollen nun wenigstens ein bisschen schneller von hüben nach drüben kommen. Archivbild: Wilck
85 Sekunden können eine Ewigkeit sein. So lange müssen Fußgänger vor der Ampel am Issy-les-Moulineaux-Platz mindestens warten, wenn sie auf Rot geschaltet hat. Aber es können auch schon mal zwei Minuten werden. Unzumutbar, meinte die Bürgerliste (BL). Sie forderte eine längere Grünphase - mit Erfolg: Alle Mitglieder des Hauptverwaltungsausschusses signalisierten grünes Licht.

Dagegen fiel der alternative Vorschlag der BL durch: eine Querungshilfe, wie sie vor K & Ruppert und Neuem Rathaus installiert sind. Diese "führen zu defensiverem Verhalten von Fußgängern und Autofahrern", hat Rainer Sindersberger (BL) beobachtet. Auch Gisela Helgath (Grüne) würde am liebsten ganz auf die Ampel verzichten: "Die Autos wären viel vorsichtiger unterwegs." Hans Wurm, Sachbearbeiter Verkehr der Polizeiinspektion, warnte vor der Radikallösung - nicht zuletzt deshalb, weil beim Issy-Platz wesentlich mehr Passanten unterwegs seien als beim Rathaus. Und: Obwohl die Querungshilfe dem Fußgänger kein Vorrecht einräumt, träten dort viele allzu selbstbewusst auf die Straße.

Durchgangsverkehr raus

Weshalb Helgath und Gabi Laurich (SPD) ohnehin für die Sperrung der Sedanstraße für den motorisierten Verkehr eintreten, wie sie deutlich machten. "Wir wollen den Durchgangsverkehr draußen haben", verwies Helgath auf das gut ausgebaute Tangenten-Netz. Heiner Vierling (CSU) hielt dagegen: "Der Anker-Durchbruch war dazu da, um eine Nord-Süd-Verbindung zu schaffen. Und jetzt machen wir das wieder zu?" Eine Frage, die letztlich wohl erst beim Probelauf 2018 geklärt wird. Eine Querungshilfe wird es bis dahin auch nicht geben: Nur die BL-Räte Sindersberger und Philipp Beyer sowie Helgath stimmten dafür.

Um Kunden in die Einkaufsstadt zu locken, trat die BL ferner für geringere Parkgebühren ein: Die erste halbe Stunde Parken sollte kostenlos sein. Sindersberger berichtete von Erfahrungen des City-Centers, in dessen renoviertem Parkhaus der Betrieb um etwa ein Drittel zugelegt habe. Seine Empfehlung: "einfach mal ausprobieren".

Doch dafür konnte sich außer Fraktionskollege Beyer keiner erwärmen. Heiner Vierling (CSU) verwies darauf, dass die Gebühren erst Anfang 2014 im Zuge der Haushaltskonsolidierung erhöht wurden. Und: "In den meisten Städten zahlt man von der ersten Minute an - und zwar deutlich mehr als in Weiden." Parkgebühren förderten auch den ÖPNV, sagte Gabi Laurich (SPD). Mit der Rückerstattung von Parkgebühren solle sich der Handel beschäftigen. Schlusswort von Hans Sperrer (CSU): "Wenn ich Geschenke verteilen will, brauche ich ein Geld dazu."
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