Futtermangel: Was der Landwirt tun kann

Sollte die Maisernte schlecht ausfallen, dürfte Futtermangel für viele Landwirte zum Problem werden. Beim Landwirtschaftsamt kennt man ein paar einfache Maßnahmen, die in solchen Fällen helfen können:

Abfallprodukte nutzen

Biertreber, Rübenschitzel, Pressschnitzel und Kartoffelpülpe sind Abfallprodukte bei der Verarbeitung von Pflanzen, haben aber einen hohen Futterwert. Wer sich rechtzeitig mit den Herstellern in Verbindung setze, kann das laut Josef Schmidt alles noch beziehen. "Da kommt aber gleich ein Vierzigtonner."

Grünroggen säen

Wer den ansät, kann ihn bereits im Mai ernten und hat somit viel früher wieder neues Futter.

Stroh füttern

Das gibt es heuer in sehr guter Qualität. Gerade für Jungvieh und Kalbinnen kann man damit das Futter gut strecken.

Zwischenfrüchte anbauen

Bei Raps oder Alexandrinerklee kann da noch einiges wachsen, wenn es bis in den Herbst warm bleibt, sagt Willibald Götz.

Öko-Flächen nutzen

Ökologische Vorrangflächen dürfen wegen der Trockenheit jetzt bei Bedarf für Futterzwecke genutzt werden - in Amberg-Sulzbach allerdings nicht generell, sondern nur nach Antrag beim Landwirtschaftsamt. "Der Antrag ist in zwei bis drei Tagen bearbeitet", verspricht Willibald Götz.

Im Landkreis Tirschenreuth ist es generell erlaubt, also ohne Einzelantrag, weil dort heuer nicht einmal die Hälfte des sonst üblichen Niederschlags gemessen wurde. In Amberg-Sulzbach waren es nur gut 30 Prozent weniger.

Tiere verkaufen

Im ertragreichen Jahr 2014 seien die Viehbestände eher aufgestockt worden, sagen die Experten des Landwirtschaftsamtes, nicht zuletzt unter dem Eindruck des hohen Milchpreises. Jetzt biete es sich dagegen an, die weniger leistungsstarken Tiere, auch schon beim Jungvieh, zu verkaufen.

Von der Idee, die Futtermenge zu reduzieren, raten Willibald Götz und Josef Schmidt ab: Die Milchleistung steige nämlich nicht sofort auf das alte Niveau, wenn man wieder mehr füttere, sondern erst nach der nächsten Kalbung. (ll)
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