Ganz dicker Brocken

Eigentlich wollte die Gemeinde Edelsfeld dem Schmalnoher Kirchlein St. Otto nur zu einer ordentlichen Auffahrt verhelfen. Dann wurde viel mehr daraus.

Aus der kleinen Aufhübschungs-Aktion, an der sich die katholischen Kirchenstiftung Schlicht mit Sanierungsmaßnahmen an der Kirche selbst beteiligt, entwickelte sich ein finanzieller Brocken, der Bürgermeister Hans-Jürgen Strehl fast ein wenig im Hals steckt.

Dr. Hensch rückt an

Wie bei Maßnahmen dieser Art üblich, rückte vor den Maschinen der Archäologe Dr. Mathias Hensch an - und wurde wieder einmal fündig.

Der Kirchenbau reicht seiner ersten Einschätzung nach bis ins 11. Jahrhundert zurück. "Die denkmalpflegerisch sehr hochwertigen Befunde besitzen aufgrund ihres hohen Alters eine besondere historische Bedeutung für die Region", lautet die Stellungnahme von Dr. Silvia Codreanu-Windauer vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege. Der Pferdefuß dieser an sich erfreulichen Tatsache liegt in der erheblichen Verzögerung der Wegebaumaßnahme, für die es aufgrund der Förderung im Zuge der Einfachen Dorferneuerung Sigras einen durchaus straffen Zeitplan gibt. Die noch größere Kröte, die die Gemeinde schlucken muss, sind aber für die archäologischen Aktion die Kosten, die momentan noch völlig im Dunkeln liegen.

Das Landesamt für Denkmalpflege wird der Gemeinde dabei nicht unter die Arme greifen. Auch Dr. Codreanu-Windauers lakonischer Hinweis auf eine Härtefall-Unterstützung durch den Bezirk erweist sich als wenig hilfreich: Für dieses Jahr wird es mit dem Antrag zeitlich eng und die nächste Sitzung des Kulturausschusses ist erst im Juni 2015. Denkmal verpflichtet, macht aber eben auch nicht immer Freude.
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