Gefährliche Nähe

"Unterwegs im ganzen Land" waren sie auch 2015, um sich gegen Gefahren für Mensch und Umwelt einzusetzen. Die Aktivisten der BI gegen atomare Anlagen blickten jetzt auf Reisen unter anderem nach Temelin, Berlin, München und Grafenrheinfeld zurück. Bild: Dobmeier

Bis Temelin sind es gerade mal 168 Kilometer. Keine Entfernung, wenn es zur Katastrophe käme, meint die BI gegen atomare Anlagen. Sie will das tschechische Kernkraftwerk verstärkt im Auge behalten.

Um die Sicherheit des Rektors 1 des Atomkraftwerks Temelin sorgt sich die Bürgerinitiative gegen atomare Anlagen. Beim Besuch der 5. Temelin-Konferenz im September hatte Nuklear-Experte Jan Haverkamp den Teilnehmern ebenso aufschlussreiche wie auch beunruhigend Einblicke zum Thema "defekte Schweißnaht" gegeben. BI-Vorsitzende Hilde Lindner-Hausner wies zudem auf eine zu realistische Übung hin, bei der ein Terrorangriff mit Flugzeugüberflug simuliert worden sei und echte Abwehrwaffen aufgefahren worden seien. Zu den letzten Störfällen habe eine Notabschaltung des Reaktors 2 wegen eines Lecks im Kühlsystem gezählt.

In der Hauptversammlung der BI blickte Lindner-Hausner auf viele wichtige Veranstaltungen zurück, welche die 69 Mitglieder organisiert oder besucht hatten. Unter anderem zum Antifracking-Gesetz, das immer wieder von der Politik verschoben werde. Die überregionalen Mandatsträger seien dem Thema in einer Telefonumfrage ausgewichen.

"Ende Gelände"

Als das AKW Grafenrheinfeld im Juni vom Netz ging, stieg eine "Abschaltparty". Gedenkveranstaltungen gab es zu 70 Jahre "Atombombenabwurf auf Hiroshima" mit der "Nacht der 70 000 Kerzen" sowie zu den Jahrestagen der Katastrophen von Tschernobyl und Fukushima. Eine Filmvorführung widmete sich dem erfolgreichen Widerstand gegen die WAA in Wackersdorf. Mit "Ende Gelände" forderte die BI, den "Klimakiller Braunkohle" im Ruhrgebiet zu stoppen. Zur Suche eines Atommüllendlagers in Oberpfälzer Granit gab es den Kinofilm "Reise zum sichersten Ort der Welt" zu sehen.

Der symbolische Einsturz einer Schuhkartonmauer in der Weidener Fußgängerzone sollte Mut machen unter dem Motto "Gemeinsam bringen wir TTIP zu Fall". Eine Unterschriftensammlung dazu ging an EU-Parlamentspräsident Martin Schulz. "Trommeln gegen Fracking und Temelin" gab es in Waidhaus. In Parkstein schloss man sich der BI "Widerstand gegen die Monstertrassen" an.

Anlässlich des Klimagipfels in Paris lädt das Klimabündnis Weiden am 1. Adventssonntag zum Infonachmittag mit BI-Beteiligung ein. Ort und Zeit werden noch bekanntgegeben. Das nächste BI-Treffen findet am 19. Januar statt. Für Anfang 2016 sind ein Film und eine Lesung geplant.
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