Gefräßige Monster im All

"Die Altersarmut droht immer weiter zuzunehmen." Deshalb raten die VdK-Experten Siegmund Bergmann (links) und Josef Rewitzer in ihren Beratungsgesprächen unbedingt zur privaten Vorsorge. Bild: sbü

Wissenschaftler haben längst den Beweis geführt, dass es im Weltraum Schwarze Löcher gibt. Welchen Nutzen diese Erkenntnis der Menschheit bringt? Darauf könnte der Physiker Dr. Gero Rupprecht verschiedene Antworten geben. Aber er stellt diese Frage erst gar nicht. Stattdessen betreibt der Astrophysiker Grundlagenforschung, die er am Ende mit der Welt der Hausfrau in Verbindung bringt.

(sbü) "Ich hoffe, dass Sie einiges vom Vortrag verstanden haben", sagte Dr. Ehrenfried Lachmann vom Vorstand des Freundeskreises der Evangelischen Akademie Bad Tutzing. Er wollte dies keinesfalls als Kritik aufgefasst wissen, denn er sagte auch: "Wir haben einen sehr anschaulichen Vortrag über ein hochkomplexes Thema gehört".

Über "Schwarze Löcher - Gefräßige Monster im All" sprach der Physiker Dr. Gero Rupprecht von der Europäischen Süd-Sternwarte in Garching. Mit vielen Animationen und ohne physikalische Formeln erklärte er das Entstehen der Schwarzen Löcher im Weltall. Doch ganz ohne Einsteins Relativitätstheorie, Isaac Newtons Schwerkraftformel oder Steven Hawkings Strahlungstheorie konnte er das Thema nicht abhandeln. Sollte jemand nicht alles verstanden haben, war er doch beeindruckt von der unvorstellbaren Weite des Weltalls und seiner vielen Geheimnisse. Dr. Rupprecht gelang es, Vorgänge sichtbar zu machen, die fast außerhalb des menschlichen Vorstellungsvermögens liegen.

Hoche Schwerkraft

Dabei spielt der Begriff Schwerkraft eine große Rolle. "In einem Schwarzen Loch ist die Schwerkraft so groß, dass Gegenstände, die hineinfallen, nicht mehr herauskommen." Schwarze Löcher ziehen Materie in sich hinein und lösen sie auf. Erklärt wurde auch, wie Schwarze Löcher entstehen. Wissenschaftlich ausgedrückt lautet die Erklärung, "wenn Materie eine bestimmte Dichte überschreitet, entsteht ein Schwarzes Loch". Doch Dr. Rupprecht machte die Erklärung anschaulicher, als er ausführte: "Wenn das Gleichgewicht eines Sterns von Druck, Temperatur und Strahlung beseitigt wurde, entsteht ein Vorgang, an dessen Ende sich Materie so sehr verdichtet, das sie zum Schwarzen Loch wird." Die Vorgänge verlaufen über Milliarden von Jahren. Erstmals sei 1962 mit dem Stern Cygnus X-1 der Beweis für die Existenz von Schwarzen Löchern gelungen. Schwarze Löcher gebe es vor allem im Zentrum einer Milchstraße. Die Astrophysik unterscheide zwischen verschieden großen Schwarzen Löchern, die unterschiedliche Historien hätten.

Im Wissenschaftszentrum "Cern" in Genf würde versucht, ein Schwarzes Loch herzustellen. Verängstigte Bürger hätten aus Angst vor den Folgen ("Die Erde wird geschluckt") versucht, dies verbieten zu lassen.

Praktischer Nutzen

Ob diese Grundlagenforschung auch zu praktischem Nutzen führe, könne derzeit noch nicht beantwortet werden. Im Science-Fiction-Film "Interstellar" würde ein Anwendungsbeispiel gegeben. Dort werden durch Nutzung von Schwarzen Löchern "unvorstellbare Strecken in kürzester Zeit überwunden", berichtete Dr. Rupprecht. Das Jahre 2018 sei für die Astrophysik ein ganz wichtiges Jahr. Im Sternbild Schütze laufe ein Vorgang ab, der den Beweis für Einsteins Formeln liefern könne. Mit einer Karikatur endete der Vortrag: Unter der Spüle einer Hausfrau befindet sich ein Schwarzes Loch, das den gesamten Abfall aufsaugt.
Weitere Beiträge zu den Themen: April 2015 (8563)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.