Gegen Terror, für Frieden

Die Geschwister Noah (links) und Elea zeigen: "Weiden ist bunt" und hält zusammen. Ihre Mama ist Deutsche, der Papa Franzose. Bild: Hartl

"Wegen der Vorfälle in Paris und weil wir gegen Terrorismus sind." Deshalb ist die Asylbewerberin Naima Abdillahi mit ihrem Mann Mohammed zu der Solidaritätskundgebung gekommen. So wie rund 400 weitere Bürger - darunter auch einige mit türkischen Wurzeln.

Weiden. (rti/ps) "Wir sind Muslime. Aber unsere Religion tötet keine Menschen", erklärt die Somalierin auf Englisch. Und: Sie stehe am Oberen Markt, um Solidarität mit den getöteten Journalisten in Paris zu zeigen. "Niemand darf in Gottes Namen töten", sagt auch Hannelore Haberzett (Heimleiterin aus Windischeschenbach). Ihr ist es wichtig, klar zu machen, dass man diesen Terror nicht dulden darf. "Gleichzeitig darf man aber die Menschen, die dem Islam angehören, nicht alle in diese Ecke stellen. Sie gehören zu unserer Gesellschaft dazu."

Als "ganz großes Gut" bezeichnet Heimatring-Chef Günther Magerl die Presse- und Informationsfreiheit. Er findet aber auch kritische Worte: "Pressefreiheit endet dort, wo ich meinen Mitmenschen beleidige." Das bedeute für ihn: "Wenn Moslems nicht wollen, dass ihr Prophet dargestellt wird, sollte man das eventuell auch nicht tun. Deswegen toleriere ich aber keineswegs die Gewalt der Terroristen."

Durch diese Aktion werde die ungeheuere Blutspur, die Terroristen durch die Welt ziehen, nicht trocknen, meint Stadtjugendpfleger Ewald Zenger. "Aber wir können damit zeigen, was wir als Bürger wollen." Als Mitglied von "Weiden ist bunt" habe er sich "narrisch gefreut", dass Tanja Koller die Idee hatte, mit einer Veranstaltung auch in Weiden Solidarität zu zeigen. "Bei OB Kurt Seggewiß haben wir da offene Türen eingerannt." Als Mitarbeiterin der BRK-Migrationsberatung befasst sich seine Frau Ulrike Weber ständig mit Themen wie Toleranz oder Vorurteilen. "Ich finde es schrecklich, wenn jemand deswegen tötet. Für mich geht es hier um die Pressefreiheit."

"Es ist einfach furchtbar, was in Paris passiert ist. Vor allem die kaltblütige Art des Verbrechens erschüttert mich", erklärt Sandra Magnin. Die Ereignisse gehen ihr besonders nah, da ihr Ehemann Vincent aus Frankreich stammt. "Wir müssen in jedem Land Gesicht zeigen, sonst ist das ein Armutszeugnis für die Gesellschaft", begründet sie ihre Teilnahme an der Kundgebung. Die Weidenerin hat zudem ihre beiden Kindern - Elea (5) und Noah (3) - mitgenommen.

Ohne Wenn und Aber

Professor Dr. Lothar Koppers und seine Frau Martina aus Flossenbürg haben ein Plakat mit den Worten "Refugees welcome" dabei. Sie sagen: "Uns ist es wichtig, Flagge für die Zivilgesellschaft und ein gemeinsames Europa zu zeigen." Was den Demografie-Experten stört, ist, "dass viele ihr Mitleid bekunden, dann jedoch ein 'aber' dahinterschieben".

"Ich protestiere gegen Gewalt als Antwort auf Karikaturen und für Meinungs- und Pressefreiheit", sagt Anna Regler - ähnlich wie Mustafa Kurt und seine türkischstämmigen Freunde Kiyus Güner, Yusuf Yürumez, Hakan Arslan und Ferhat Acer: "Wir trauern um die Journalisten, die in Paris Opfer geworden sind. Wir sind gegen Terror und wollen Freiheit und Frieden für die ganze Welt."
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