Geld für wichtige Extras

Der Förderverein für Schwerkranke setzt quasi das i-Tüpfelchen auf die Palliativversorgung. Er ermöglicht mit seinen Spenden Leistungen, die durch die normale Finanzierung nicht gedeckt wären.

Weiden. (ps) Herzlichen Dank dafür sagte Josef Götz, Vorstand der Kliniken Nordoberpfalz AG, bei der jüngsten Spendenübergabe am Donnerstag. Dabei griff der Förderverein wieder einmal tief in die Tasche: auf 65 000 Euro lautete der Scheck, den Vorsitzende Waltraud Goller-Girke an Dr. Susanne Kreutzer überreichte.

2.Palliativarzt in Ausbildung

"Damit erfüllen wir unsere Beschlüsse", betonte Waltraud Koller-Girke. Denn der Verein habe sich verpflichtet, die Personalkosten für die Stundenerhöhung der Atem- und Musiktherapeutin zu übernehmen. Er trägt die Gesamtkosten für das Brückenteam - bestehend aus einem Arzt und einer Schwester -, das für die wichtige ambulante Palliativ-Beratung zuständig ist. Und er finanziert nun auch die Ausbildung eines zweiten Palliativarztes in der Region. 65 000 Euro werden für diese Leistungen vierteljährlich fällig.

Dass der Förderverein dieses Geld aufbringen kann, sei der großzügigen Unterstützung durch Vereine, Firmen und Privatpersonen zu verdanken, betonte die Vorsitzende. Ein großer Beitrag komme dadurch zustande, dass Angehörige oder Freunde auf Kranz- und Blumenspenden verzichten und das Geld stattdessen dem Förderverein zukommen lassen. Sie erinnerte auch an die Aktion einer Weidener Bürgerin: "Sie hat Stofftaschen genäht und den Erlös von rund 200 Euro aus dem Verkauf uns überreicht. Erst diese Unterstützung macht unsere Hilfe möglich."

"Dass es hier so viele engagierte Menschen und Spender gibt, ist in der heutigen Zeit keinesfalls selbstverständlich", sagte Josef Götz. Dr. Susanne Kreuzer, Leiterin der Palliativstation, hat da ihre ganz speziellen Erfahrungen gemacht. "Ich bin oft berührt, wenn Kinder oder Menschen, die offenbar selbst nicht auf Rosen gebettet sind, uns Geld spenden. Das ist wunderbar." Gleichzeitig sei es "erbärmlich von der Politik, dass die Zusatzentgelte in der Palliativmedizin 2015 wieder gekürzt wurden".

Der Förderverein finanziere nun zwar die Ausbildung eines zweiten Palliativmediziners. "Aber welcher HNO-Arzt muss mit Spenden ausgebildet werden?", fragte Dr. Kreutzer. "Das finde ich schrecklich." Dabei werde die Palliativmedizin dringend benötigt.

Der Förderverein für Schwerkranke jedenfalls wird in seiner Unterstützung nicht nachlassen, versicherten die Vorstandsmitglieder.
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