Gemeinsam für Natur

Die lokale Agenda 21 um Sprecher Veit Wagner (von rechts) hatte Martin Scheidler von der Unteren Naturschutzbehörde geladen. Bild: hfz

Umweltschutz ist für beide zentral: für die Agenda 21 und für Martin Scheidler. Nun sprach der Vertreter der Naturschutzbehörde bei der lokalen Gruppe. Dabei zeigte sich: Es gibt viele Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede.

Martin Scheidler ist sozusagen die Untere Naturschutzbehörde der Stadt. Auf Einladung der Sprecher von Agenda 21 informierte der Diplomgeograf bei der jüngsten Sitzung der Gruppe im Weltladen über Tätigkeiten und Ziele des amtlichen Naturschutzes.

Gesetze gehen vor

Scheidler betonte, dass an oberster Stelle seiner Arbeit der Vollzug der zahlreichen Naturschutzgesetze stehe: Das Bundesnaturschutzgesetz, das Bayerische Naturschutzgesetz, diverse Europaverordnungen, Artenschutzabkommen, aber auch städtische Regelungen wie die Baumschutzverordnung mit ihren umfangreichen Bestimmungen und Verboten geben den Rahmen vor für die Aufgaben der Naturschutzbehörden. Natur und Landschaft sind demnach im besiedelten und unbesiedelten Bereich zu schützen und zu erhalten - "aufgrund ihres eigenen Wertes und als Grundlage für Leben und Gesundheit des Menschen". Wichtig sei dabei auch die Verantwortung für künftige Generationen.

Scheidler ging zudem auf Vorwürfe ein, die manche Vertreter von Verbänden gelegentlich seinem Amt machten: Bei allen Gemeinsamkeiten der Ziele stelle für ihn der Gesetzesvollzug den größten Unterschied zum meist ehrenamtlich organisierten Verbandsnaturschutz dar. "Die Verbände können sich auch politischer Methoden bedienen. Sie können versuchen, die Herzen der Menschen zu erreichen, können auch mal polarisieren, um Naturschutzarbeit zu leisten." Die Behörden hätten dagegen sachlich und nach Recht und Gesetzesauftrag zu entscheiden. Am Beispiel der Problematik Windräder bei Muglhof sei das besonders deutlich geworden.

Die Zuhörer erfuhren auch vom weiten Aufgabenfeld der Unteren Naturschutzbehörde. Die Themen reichen vom Wildtiermanagement bei Biber, Fledermaus, Schwarzstroch und Co. bis hin zur Festlegung bestimmter Ausgleichsmaßnahmen bei Eingriffen, etwa bei Bauvorhaben. Außerdem müsse seine Einrichtung mehr als 30 Naturdenkmäler im Raum Weiden kontrollieren.

Verändertes Verhältnis

Scheidler stellte fest, dass sich die Einstellung der Bürger zur Natur in den vergangenen Jahren verändert habe: Während das Verständnis für den Natur- und Tierschutz insgesamt zunehme, seien einzelne jedoch immer weniger bereit, Einschränkungen zum Schutz der Naturgüter hinzunehmen. "Es ist offenbar leichter, gegen ein öffentliches Großprojekt zu sein, bei dem Bäume gefällt werden müssen, als einen großen Laubbaum im Nachbarsgarten zu dulden, der Laub und Schatten auf die eigene Terrasse wirft."
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