Genossen wohlgenährt am Trog

Gute Stimmung bei der SPD: Bundestagsabgeordneter Uli Grötsch (rechts) gratuliert beim politischen Aschermittwoch den Genossen zu ihren Erfolgen bei der OB- und Stadtratswahlen. Bild: Kunz

"Eine Hungerkur, eine vom Wähler verordnete Dauer-Diät für ihre Umtriebe bis 2007 ". So lästert SPD-Fraktionschef Roland Richter beim politischen Aschermittwoch über die "steckerldürren" CSUler. "Wir sind wohlgenährt, richtig proper!" Die Genossen lachen über die Weidener CSU, "die von den Fleischtöpfen weg ist".

Die SPD demonstriert in der "Almhütte" Geschlossenheit. Unmittelbar vor Redebeginn werden zusätzliche Stühle aus dem Keller geholt. Stadtverbandsvorsitzender Norbert Freundorfer strahlt."Unser Politikverständnis ist auch ein Teil unseres Erfolges", ruft Richter seinen Zuhörern zu. "Wir haben uns nicht in eine verletzende Schlammschlacht hineinziehen lassen."

Warum Wolfgang Pausch keine Konsequenzen aus dem "schlechtesten Ergebnis aller Zeiten" gezogen habe, sei ihm ein Rätsel. Zum Fraktionsvorsitzenden wiederwählen habe er sich stattdessen lassen. "Quasi noch in der Wahlnacht - einstimmig." Richter über seine Lieblingszielscheibe: "Hat denn die CSU das Wahlergebnis gar nicht mitgekriegt?" Und dann bekommt die CSU nochmal eine verbal auf die Mütze. Richter vollmundig: Er werde sie weiter vor sich hertreiben, bis ihr die Luft ausgehe. "Bei ihr läuft nur noch Helene Fischers ,Atemlos'."

Dann greift der SPD-Fraktionschef ernste Themen auf. So glaubt er, dass noch im Frühjahr der Bebauungsplan für die Stadtgalerie auf den Weg gebracht werde. Vom Freistaat fordert er eine Kostenbeteiligung für das gemeinsame Keramikmuseum. "Sonst stellen wir Seehofer 2017 das gesamte Inventar vor die Staatskanzlei."

Er verteidigt den Gewerbesteuerverzicht für die ATU und zeigt sich unbeeindruckt von den Forderungen einiger Stadtratskollegen, Weiden sollte doch intensiver interkommunal zusammenarbeiten. "Wir denken schon längst als Region. Wir brauchen keine Nachhilfe." Über den Wankelmut der kleinen Parteien bei den Haushaltsberatungen: "Es ist leichter, eine eingeseifte Sau mit bloßen Händen zu fangen, als die Zustimmung der Kleinen zum Haushalt zu bekommen."

FJS im Himmel?

Für die große Politik zeichnet Bundestagsabgeordneter Uli Grötsch verantwortlich. Er nimmt die Passauer Aschermittwochs-Huldigungen der CSU anlässlich des 100. Geburtstag von Franz Josef Strauß aufs Korn. Indem er vermeintliche Verfehlungen aufzählt: "Die schicken Glückwünsche zu ihm in den Himmel. Ich frage mich, ob die auch dort ankommen oder ob sie nicht an die andere Adresse gerichtet werden sollten."

Dann gratuliert er den Weidener Genossen, "dass ihr sauber geblieben seid, dass ihr den Mief eurer Vorgängerpartei aus der Stadt hinausgeblasen habt".
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