Genuss in Maßen statt Diät

Sie machen sich stark für Männergesundheit (von links): Gert Paulus, Burak Doyum, Dr. Gert Steinwender und Professor Dr. Theodor Klotz. Bild: otj

Volles Haus im Fitnessstudio Injoy: Viele Herren waren zum "Tag der Männergesundheit" gekommen. Prof. Dr. Theodor Klotz betonte: "Es geht heute nicht um Krebs und nicht um fiese Operationen. Es geht darum, was Mann tun kann, um die Gesundheit lange zu erhalten."

Viele Besucher hatten einen echten Gesundheitsfaktor neben sich sitzen - die eigene Frau. Dr. Klotz hob gleich die Bedeutung einer funktionierenden Partnerschaft für die Lebenserwartung hervor. Radikalen Methoden erteilte er eine Absage: Genuss in Maßen statt Diät, Rauchabstinenz, drei bis sieben Mal die Woche Sport bei niedriger Belastung, regelmäßige Arztbesuche und psychosozialer Rückhalt, also ein Netzwerk aus Familie und Freunden.

"Bierbauch" gefährlich

Den Fokus auf die Männergesundheit zu richten, sei auf jeden Fall mehr als notwendig. So hätten 65-jährige Männer eine drei Jahre kürzere fernere Lebenserwartung als Frauen. Nach wie vor sei der Herzinfarkt die häufigste Krankheit beim Mann. "Gefährlich ist hier vor allem das Viszeralfett (im Volksmund Bierbauch), also das in der freien Bauchhöhle eingelagerte Fett." Auch Tumorerkrankungen seien nach wie vor gefährlich. Aber wenn Krebs rechtzeitig erkannt werde, gibt es aussichtsreiche Therapien. "Studien zeigen, dass Krebspatienten länger gesund bleiben, weil bei Kontrollen auch andere Erkrankungen erkannt und behandelt werden könnten."

Immer größere Bedeutung gewinnen psychische Erkrankungen, vor allem Depression kämen nach Herz-Kreislauf-Beschwerden am zweithäufigsten vor. Gerade bei Männern, die im Ruhestand keinen Sinn mehr für ihr Leben fänden, oder bei Witwern bestehe ein Suizidrisiko.

Klotz sprach sich dafür aus, schon im Kindesalter die richtigen Weichen zu stellen. In Schulen und Kindergärten würden vor allem Frauen unterrichten. "Etwas überspitzt: Ich wäre für eine Männerquote in diesen Berufen. Jungs brauchen aktive männliche Vorbilder, die gesund leben."

"Testosteron, das männliche Hormon, kann mehr als man glaubt." Damit befasste sich der zweite Experte des Tages der Männergesundheit, der Urologe Dr. Gert Steinwender. Neben regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen, gesunder Ernährung und ausreichend Bewegung gegen das metabolische Syndrom (Bluthochdruck, Zucker, hohe Blutfettwerte) und psychosoziale Gesundheit sei ein Faktor nicht zu unterschätzen - ein erfülltes Sexualleben.

Testosteronmangel

Produziert der Körper zu wenig Testosteron, kann sexuelle Unlust ein Symptom sein. Zu den Symptomen zählen neben der verminderten Libido Gewichtszunahme, depressive Verstimmung, Abnahme der Muskulatur und Osteoporose. "Dafür kann es natürlich viele Ursachen geben, aber Testosteronmangel kann ein Auslöser dafür sein."

Jungbrunnen Muskulatur

Zum Abschluss sprach Burak Doyum, Physiotherapeut und Medizinstudent, über "Muskulatur als Jungbrunnen". Muskeln seien zuständig für Bewegungen und die Körperhaltung, würden aber auch den Blutdruck beeinflussen, hätten antientzündliche Wirkung und seien zytotoxisch für Tumorzellen. Auch was die Gewichtsreduktion angehe, hätten die Kraftbündel großen Einfluss. "Vereinfacht gesagt: Je mehr Muskeln man aufbaut, desto mehr Kalorien werden verbraucht."
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