Gerhardinger-Eltern formieren noch einmal Widerstand
Schulschließung: Thema vertagt

(ca) Am Montag sollte der Stadtrat über den Schulentwicklungsplan und seine Folgen entscheiden. Muss eine Grundschule geschlossen werden, und wenn ja, welche? Das Problem ist vertagt. Der Punkt wurde von der Tagesordnung genommen, bestätigte am Freitagnachmittag amtierender Bürgermeister Jens Meyer. Das Thema werde erst in vier Wochen, in der nächsten Stadtratssitzung, behandelt.

Im Schulbeirat hatte Schulamtsdirektorin Christine Söllner von einem Telefonat mit der Regierung betreffs Inklusion berichtet. Zudem ging in der Folge ein sechsseitiges Schreiben des Rothenstädter Rektors Christian Kauschinger ein. All das müsse abgeklärt und in den neuen Vorlagebericht an den Stadtrat einfließen.

Die Eltern der Gerhardinger-Schule, die immer wieder als Kandidat für eine Schulschließung gehandelt wird, formieren derweilen noch einmal den Widerstand. Am Mittwoch wurde der neue Elternbeirat gewählt. Vorsitzende bleibt Sabine Lotzmann, zweite Vorsitzende Silke Klotz. Hauptthema war die wieder aufflammende Diskussion über die eventuelle Schließung einer Schule.

Durch die kontroversen Aussagen der Stadträte sei Verunsicherung entstanden. Einerseits gebe es den Standpunkt von Dr. Matthias Holl (SPD), der keinerlei Handlungsbedarf für eine Schließung sieht. Im Gegensatz dazu die Äußerung von Wolfgang Pausch (CSU), der nach wie vor auf die Einsparmöglichkeiten durch Schulschließungen hinwies.

Die Gerhardinger-Schule sei die einzige Grundschule in Weiden, die eine gebundene Ganztagsklasse von 1 bis 4 anbietet. Die zentrale Lage mit Anbindung an die beiden Kindergärten, den Kinderhort St. Anton und den Arbeitskreis Asyl schaffe ein optimales Angebot für die Kinder. Gerade angesichts steigender Flüchtlingszahlen sei die Gerhardinger-Schule von großer Bedeutung: unmittelbare Nähe zum AK Asyl, Sprachunterricht, Hausaufgabenbetreuung, Förderstunden. Diese umfangreiche Betreuung wird von vielen Kindern mit Migrationshintergrund (rund 40 Prozent) genutzt, deren Eltern vor immense organisatorische Probleme gestellt würden. Oft stehe auch kein Auto zur Verfügung.

Die Zahl der Schulanfänger (39, davon 5 Flüchtlingskinder) habe einen wesentlichen Zuwachs erlebt. Der Elternbeirat verwies auf Berichte, wonach allein durch eine Sprengeländerung die Auslastung der Weidener Grundschulen sinnvoll verändert werden und unnötige Busfahrten nach Rothenstadt vermieden werden könnten. Es dürfe nicht allein ein kurzfristiger, finanzieller Aspekt entscheidend sein. Eine ganzheitliche Betrachtung zeige eindeutig, dass eine Schule im "Herzen der Stadt Weiden" immens wichtig sei.
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