Gericht verurteilt Mutter (35) zu kurzer Haft - Zur Tat unter Drogen und Alkohol
Diebesgut im Kinderwagen

(rns) Ihre achte Vorstrafe ist es. Wegen Rauschgift, Raub und Betrug und nun zum fünften Mal wegen Diebstahls verurteilt, muss eine 35-Jährige nun noch ein bisschen länger im Frauengefängnis Aichach bleiben. Drei Monate gab ihr Strafrichter Roland Güll auf die fünf Monate drauf, die sie aus der letzten Verurteilung derzeit absitzt.

In einem Discounter in der Leimberger Straße hatte sie im September letzten Jahres seelenruhig Waren für 223,36 Euro in ihren Kinderwagen gepackt - in dem das Kind saß - und ihn nach Hause geschoben. Ohne zu zahlen. Dort erwartete sie bereits die Polizei. Vor Richter Güll gab die Mutter von zwei Kindern alles zu. Sie sei erheblich unter Alkoholeinfluss gestanden, führte sie zu ihrer Verteidigung an. Geld für den großen Einkauf hätte sie nicht dabei gehabt.

Staatsanwältin Claudia Stingl hielt der Angeklagten zugute, dass kein Schaden entstanden war, da die Waren gleich wieder zurückgegeben wurden. Allerdings kreidete sie ihr das umfangreiche Bundeszentralregister an. Sie hielt fünf Monate Freiheitsstrafe für angemessen. Alkohol und Methadon hätten eine Rolle bei der Tat gespielt, stellte Rechtsanwalt Tobias Konze fest. Seine Mandantin strebe eine stationäre Therapie zum Entzug an. Man solle ihr die Chance geben, ihr Drogen- und Alkoholproblem in den Griff zu bekommen, statt den Kindern die Mutter weg zu nehmen. Konze plädierte deshalb auf eine Bewährungsstrafe. Richter Güll hielt der Frau ihr Geständnis zugute und beließ es bei der relativ milden Strafe von drei Monaten, weil jetzt Bemühungen zu erkennen seien, dass sie ihr Leben ändern will.
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